Iran: Amnesty nennt neue Opferzahlen | Aktuell Nahost | DW | 16.12.2019
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Menschenrechte

Iran: Amnesty nennt neue Opferzahlen

Erst allmählich kommt ans Licht, was sich bei den Unruhen in der islamischen Republik tatsächlich ereignet hat. Die Informationen stammen auch diesmal nicht von den dortigen Behörden.

Iran Proteste mit vermummten Protestteilnehmern (Getty Images/AFP)

Proteste in Teheran Mitte November

Nach neuesten Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) sind bei den schweren Unruhen im Iran im November 304 Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Tausend Menschen seien zudem verletzt worden, als Sicherheitskräfte landesweite Proteste "mit tödlicher Gewalt" zerschlugen, heißt es in einem nun veröffentlichten Bericht von Amnesty. Im Anschluss an die Proteste habe es zudem nach Schilderungen von Augenzeugen ein breit angelegtes "bösartiges Vorgehen" der Behörden gegeben, um die Menschen daran zu hindern, über die Ereignisse zu sprechen.

Todesstrafe droht

Im Iran waren Mitte November landesweite Proteste gegen eine Erhöhung der Benzinpreise und die Rationierung von Kraftstoff ausgebrochen, gegen die iranische Sicherheitskräfte gewaltsam vorgingen. Nach offiziell unbestätigten Angaben gab es mehr als 1000 Festnahmen - unter ihnen 180 als "Rädelsführer" bezeichnete Personen, denen nun die Todesstrafe droht. Mit einer zeitweisen Internetblockade sorgte Teheran damals dafür, dass kaum Informationen, Bilder und Videos der Proteste verbreitet werden konnten.

Die Regierung in Teheran hatte bereits Anfang Dezember die außerhalb des Landes veröffentlichten Opferzahlen kategorisch dementiert und als "absolut falsch" bezeichnet. Eigene Angaben dazu machen die Behörden allerdings nicht.

ml/wa (rtr, afp)