Iraker protestieren gegen US-Militärpräsenz | Aktuell Asien | DW | 24.01.2020
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"Marsch der Millionen"

Iraker protestieren gegen US-Militärpräsenz

Tausende Demonstranten gingen in Bagdad auf die Straße, um den Abzug der US-Truppen aus dem Irak zu fordern. Zum "Marsch der Millionen" hatte der Schiitenführer Muktada al-Sadr aufgerufen.

"Raus hier, Besetzer" - Tausende Iraker versammelten sich am Freitag im Zentrum Bagdads. Mit lauten Rufen und wehenden Fahnen forderten sie ein Ende des US-Militäreinsatzes im Irak. "Amerika, Israel und die korrupten Politiker in der Regierung - wir wollen sie alle raus haben", sagte  ein Teilnehmer der Kundgebung der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Demonstranten waren dem Aufruf des Schiitenführers Muktada al-Sadr gefolgt. Er hatte zu einem "Marsch der Millionen" aufgerufen, nachdem die USA den iranischen General Ghassem Soleimani Anfang Januar bei einem Drohnenangriff in Bagdad getötet hatten.

Irak Muktada al-Sadr PK in Bagdad (Reuters/A. Al-Marjani)

Muktada al-Sadr will den Abzug der US-Truppen aus dem Irak (Archivbild 2016)

Die Kundgebung fand zeitgleich mit den Anti-Regierungs-Protesten statt, die seit Oktober in Bagdad schwelen. Die Teilnehmer der Anti-Regierungs-Proteste versuchten noch, die Kundgebung durch Blockaden zu verhindern. Sie fürchten Muktada al-Sadrs Aufruf könnte ihre Anliegen überschatten. "Sadr vertritt uns nicht", sagte ein Teenager am späten Donnerstag auf einer blockierten Durchgangsstraße in Bagdad.

Auch Großajatollah Ali al-Sistani, der höchste schiitische Geistliche des Landes, meldete sich kurz nach der Kundgebung zu Wort. Er rief die politischen Gruppierungen des Iraks auf, so schnell wie möglich eine neue Regierung zu bilden um wieder Stabilität herzustellen und Reformen auf den Weg zu bringen.

mir/mak (afp, rtr)