Irak will größere Rolle nach US-Truppenabzug | Aktuell Welt | DW | 30.12.2018
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Syrien

Irak will größere Rolle nach US-Truppenabzug

Irakische Vertreter hätten sich bereits mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in Damaskus getroffen, hieß es aus Bagdad. Und in Washington hat sich ein US-Senator die neue Syrienpolitik erklären lassen.

"Sollte es in Syrien zu einer negativen Entwicklung kommen, würde uns das betreffen. Wir haben eine 600 Kilometer lange Grenze mit Syrien und der IS ist dort", sagte Iraks Ministerpräsident Adel Abdul Mahdi. Der Irak wolle mit dem Gespräch die Initiative ergreifen und nicht die Folgen des US-Abzugs ausbaden müssen. Medienberichten zufolge soll der Besuch bereits am Samstag stattgefunden haben.

 USS Makin Island | Rückzug von US-Truppen aus Syrien angekündigt (imago/ZUMA Press/D. Morgan)

US-Soldaten auf der USS Makin Island, die am arabischen Golf stationiert ist

Aktuell führe sein Land Luftangriffe gegen den IS auf syrischen Gebiet. Eine neue Vereinbarung solle darüber hinaus gehen, sagte Abdul Mahdi. Details nannte er zunächst nicht. Nur soviel: Sein Land könne am besten mit den Gruppen fertig werden, die in Syrien agierten.

US-Truppenabzug wird auf "kluge Weise" verlangsamt

Unterdessen hat der republikanische Senator Lindsey Graham nach einem Gespräch mit Präsident Donald Trump die Möglichkeit einer Verzögerung des geplanten US-Truppenabzugs aus Syrien angedeutet. Die Pläne würden auf "kluge Weise" verlangsamt, sagte Graham nach einem Essen mit Trump im Weißen Haus. Trump habe ihm einige Dinge zu Syrien erklärt, die er vorher nicht gewusst habe, sagte Graham. Er fühle sich nun deutlich besser, was die Richtung angeht, in die es in Syrien gehen soll, betonte er, ohne Details zu nennen.

USA | Lindsey Graham (picture-alliance/dpa/AP Photo/P. M. Monsivais)

Senator Lindsey Graham nach seinem Gespräch mit dem US-Präsidenten: "Donald Trump hat lange und intensiv über Syrien nachgedacht"

Der US-Senator für den Bundesstaat South Carolina galt lange Zeit als innerparteilicher Kritiker des Präsidenten, schwenkte aber inzwischen auf die Linie Trumps ein. Der Präsident hatte am 19. Dezember den sofortige Beginn des Rückzugs der 2000 US-Soldaten aus Syrien bekanntgegeben. In Medienberichten war von einem Zeitfenster von wenigen Monaten die Rede. Verteidigungsminister James Mattis scheidet unter anderem wegen unterschiedlicher Auffassung zu der auch von Verbündeten scharf kritisierten Entscheidung zum Jahreswechsel aus seinem Amt aus.

Auch Graham hatte Trump für dessen Syrien-Haltung öffentlich kritisiert. Noch am Sonntag unmittelbar vor dem Treffen mit Trump hatte er beim Sender CNN erklärt, der zu schnelle Rückzug aus Syrien sei ein "riesiger Schritt rückwärts". 

Die USA hatten Mitte Dezember angekündigt, ihre Soldaten aus Syrien abzuziehen. Der US-Präsident erklärte zur Begründung, der IS sei besiegt. Die US-Soldaten hatten die kurdischen YPG-Kämpfer gegen die Islamisten unterstützt.

nob/fab (rtr, dpa)

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