Irak fühlt sich düpiert von Exxon-Abzug | Aktuell Nahost | DW | 19.05.2019
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Naher Osten

Irak fühlt sich düpiert von Exxon-Abzug

Der Ölkonzern hat Mitarbeiter aus dem Irak abberufen - für dessen Regierung ein politischer Schachzug. Bagdad forderte das Unternehmen auf, die Arbeit unverzüglich wieder aufzunehmen.

Irak Öl (picture-alliance/AP Photo/N. Al-Jurani)

Arbeiter auf einem Ölfeld bei Basra (Archiv)

Aus Sicht der irakischen Regierung hat der Ölkonzern Exxon "unakzeptabel und ungerechtfertigt" gehandelt, als er seine ausländischen Mitarbeiter von einem Ölfeld im Süden des Landes abzog. Ölminister Thamber Ghadhban erklärte: "Der vorübergehende Abzug mehrerer Mitarbeiter - auch wenn es nur eine kleine Anzahl war - hat nichts mit der Sicherheitslage oder einer Bedrohung der Ölfelder im Südirak zu tun, sondern erfolgte aus politischen Gründen." Er habe die Führungsriege des in Texas sitzenden Konzerns in einem Schreiben aufgefordert, die Förderung unverzüglich wieder aufzunehmen. Der Minister will sich in einigen Tagen mit Konzernvertretern treffen.

Der Konzern hatte am Samstag begonnen, mindestens 50 ausländische Mitarbeiter außer Landes zu bringen. Mehrere Nachrichtenagenturen hatten aus Unternehmenskreisen erfahren, dass der Betrieb des Ölfelds Kurna 1 nahe der Stadt Basra vorerst von örtlichen irakischen Technikern aufrecht erhalten werde. In den vergangenen Tagen hatte bereits das US-Außenministerium Teile des Personals aus der Botschaft in Bagdad und dem Konsulat in Erbil abgezogen.

Die Nervosität steigt

Die Rückzüge fallen in eine Zeit erhöhter politischer Spannung in der Golfregion. Die USA haben einen Flugzeugträger und schwere B52-Bomber in die Region verlegt, in der vergangenen Woche heizten Berichte über sabotierte Tanker nahe der für den Öltransport zentralen Straße von Hormus die Lage weiter an. Außerdem wurde eine Ölpipeline von Drohnen attackiert, weshalb Saudi-Arabien zur Vergeltung Luftschläge auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa flog. Um einen Krieg in der Region zu vermeiden, hat Saudi-Arabien Staats- und Regierungschefs anderer Golfstaaten zu Krisengesprächen nach Mekka eingeladen. Hintergrund der Eskalation ist der Streit um das von den USA vor einem Jahr aufgekündigte Atomabkommen mit dem Iran. Dieser erklärte, sich nach einem Ultimatum nicht mehr an alle Auflagen des Abkommens gebunden zu fühlen.

ehl/kle (rtr, dpa)

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