Investoren aus Osteuropa wollen Metro AG übernehmen | Aktuell Europa | DW | 21.06.2019
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Handel

Investoren aus Osteuropa wollen Metro AG übernehmen

Schon länger kämpft der Düsseldorfer Handelskonzern mit Problemen. Nun gibt es ein konkretes Übernahmeangebot, verbunden mit einem Versprechen an die Mitarbeiter in Deutschland.

EP Global Commerce VI GmbH heißt die Holding, die am Freitagabend ein Übernahmeangebot für die Metro AG vorgelegt hat. Hinter der Firma mit Sitz in Grünwald bei München stecken der tschechische Metro-Großaktionär Daniel Kretinsky und sein slowakischer Partner Patrik Tkac. Kretinsky soll unter anderem durch Investitionen in die Braunkohle ein Milliarden-Vermögen angehäuft haben.

EP Global Commerce ist bereits seit August 2018 an Metro beteiligt. Damals stieg das noch junge Unternehmen mit einem Anteil von 7,3 Prozent bei Metro ein und sorgte mit diesem Schritt bereits für Übernahme-Spekulationen. Nun herrscht Klarheit: EP will die gesamte Handelskette übernehmen und hat ein entsprechendes Angebot an alle Aktionäre der Metro abgegeben.

Für die Stammaktien bietet  EP 16,00 und für die Vorzugsaktien 13,80 Euro. Das entspreche einem Aufschlag von 34,5 Prozent auf das jüngste Kursniveau der Metro-Stammaktien und einem Gesamtwert aller Metro-Aktien von rund 5,8 Milliarden Euro.

Tschechien Daniel Kretinsky, Milliardär (picture-alliance/dpa/M. Divizna)

Der 43-jährige Kretinsky ist auch Präsident und Miteigentümer des Fußballclubs Sparta Prag

Auch die künftige Marschroute wurde in der Mitteilung bereits erläutert. EP beabsichtige, Metro "bei der notwendigen Anpassung an das sich entwickelnde Marktumfeld zu unterstützen und so eine erfolgreiche zukünftige Wachstumsstrategie zu ermöglichen". Auf das schwierige Geschäft in Russland, wo immerhin 90 der mehr als 760 Cash&Carry-Märkte betrieben werden, gingen die Investoren nicht ein.

Dafür gab es eine wichtige Nachricht an die in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter. Die derzeit bestehenden Märkte sollen bestehen bleiben, ein Arbeitsplatzabbau in größerem Umfang sei nicht geplant, hieß es. Auch sollen bestehende Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge in Deutschland nicht gekündigt werden.

Die Metro AG war 2017 aus der Aufspaltung der Metro Group hervorgegangen, ebenso wie Ceconomy als Holdinggesellschaft der Elektronikeinzelhändler Media Markt und Saturn. Zur Metro AG gehört auch die Supermarktkette Real, deren rund 280 Filialen nach dem Willen von Metro-Chef Olaf Koch möglichst bald verkauft werden sollen. Gespräche mit einem Konsortium um den Immobilieninvestor Redos laufen bereits.

djo/se (dpa, rtr)