Interview mit Eric | Mit „Ticket nach Berlin“ auf Deutschlandreise | DW | 04.09.2013
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Die Kandidaten

Interview mit Eric

In unseren Interviews stehen die Kandidaten Rede und Antwort: Was sind ihre persönlichen Tipps zum Deutschlernen? Wie sehen ihre Pläne für die Zukunft aus? Zu diesen und vielen anderen Themen äußern sie sich hier.

Eric, du lernst seit zehn Jahren Deutsch. Was bedeutet diese Sprache für dich?

Die deutsche Sprache ist meine Leidenschaft. Sie ist eine Sprache, die sehr flexibel ist, die viele Vokabeln hat. Zudem ist Deutsch die meistgesprochene Sprache der Europäischen Union, und wer nach einer internationalen Karriere strebt, muss Deutsch sprechen.

Erinnerst du dich an dein erstes deutsches Wort?

Mein erstes deutsches Wort war „süß“ …

Wie wichtig ist Humor, um eine Sprache zu lernen?

Es gibt viele Möglichkeiten heutzutage eine (Fremd-)Sprache zu lernen: Sprachschulen, Internet, Selbstlernen, durch Musik usw. Aber Humor spielt meiner Meinung nach eine sehr große Rolle, denn mit Humor haben wir eine Kombination von Spaß und Lernen. Mit Humor wird das Lernen zum Spaß und ist daher nicht mehr anstrengend.

Was hat dich an Deutschland überrascht?

Überraschend war für mich das Mülltrennungssystem (denn in Kamerun gibt es keine Mülltrennung) und die Sauberkeit. Deutschland ist eines der saubersten Länder der Welt. Sogar öffentliche Toiletten sind „clean".

Könntest du dir vorstellen, hier zu leben. Und wenn ja, wo? Was würdest du vermissen?

Ja, vielleicht in Essen, weil meine Freundin da wohnt. Aber natürlich würde ich meine Familie, Freunde und den kamerunischen Lebensstil vermissen.

Sprechen wir über „Ticket nach Berlin“. Welche Herausforderungen gab es?

Das war jeden Tag eine Herausforderung für Nichole, Almu und mich. Wir wollten jeden Tag einen Punkt mehr sammeln. Was schwieriger für mich war, das war in Hamburg. Wir sollten beim Paddeln Flaschen aus dem Wasser holen. Ich kann leider nicht schwimmen. Aber zum Glück konnten Nichole und Almu das und haben dann zwei von den drei Flaschen geholt. Prima, ihr beiden!

Du möchtest später einmal als Übersetzer arbeiten und bist auch literarisch tätig. Kürzlich ist in der FAZ einer deiner Texte, das Märchen „Im Reich des Affenkönigs“, erschienen. Welchen Hintergrund hat diese Geschichte? Und welche Rolle spielt die Gattung „Märchen“ in deinem Land?

Ja, genau. Ich lese gerne Märchen aus aller Welt, nicht nur aus Kamerun, Afrika oder Deutschland (Hänsel und Gretel, die Bremer Stadtmusikanten usw.). Ich habe die Mitteilung zur Verfassung des neuen Märchens durch meine DAAD-Lektorin bekommen. Ich war schon mit einem anderen Märchen fertig und wollte etwas Neues schreiben, und zwar den Rattenfänger von Hameln. Ich hatte immer im Sinn, eine Fantasy-Geschichte zu schreiben, und das war die Gelegenheit dazu. Märchen spielen eine wichtige Rolle – nicht nur in Kamerun, sondern in ganz Afrika. Die Großeltern erzählen den Kindern, bevor sie ins Bett gehen, oft Geschichten. Vor allem in den Dörfern.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Erstmal meine Masterarbeit (in Germanistik) fertig schreiben, danach eine Ausbildung als Übersetzer und Dolmetscher machen, und dann mal schauen, was die Zukunft bringen wird.

Interview: Karoline Rebling