Interview mit Almudena | Mit „Ticket nach Berlin“ auf Deutschlandreise | DW | 04.09.2013
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Die Kandidaten

Interview mit Almudena

In unseren Interviews stehen die Kandidaten Rede und Antwort: Was sind ihre persönlichen Tipps zum Deutschlernen? Wie sehen ihre Pläne für die Zukunft aus? Zu diesen und vielen anderen Themen äußern sie sich hier.

Almudena, um welche Themen ging es bei „Ticket nach Berlin“?

Manchmal ging es um Kultur, manchmal um Sport, manchmal um Kochen. Jeden Tag mussten wir eine Aufgabe lösen und dafür waren wir fast jeden Tag an einem anderen Ort. Die Mannschaft, die die Aufgabe richtig gelöst hatte, bekam einen Punkt. Stand-up-Paddling in Hamburg war für alle eine sportliche Herausforderung. Man steht mit einem Paddel auf einem Brett und darf nicht runterfallen – sonst hätte es keinen Punkt gegeben. Die Aufgabe war, eine Flasche aus dem Wasser zu holen und zurückzubringen. Das hat mir großen Spaß gemacht, und auch die Leute, die uns das beigebracht haben, waren sehr nett.

Eine meiner Lieblingsaufgaben war in Köln – dort haben sich beide Teams getroffen. Wir waren außerhalb und sollten zurück in die Stadt bis zum Dom fahren. Die Devise lautete: Je mehr Verkehrsmittel dabei zum Einsatz kämen, desto besser. Es gab keine Einschränkung, wir durften alles benutzen: Ein privates Auto, einen Bus, einen Traktor …

einen Traktor?

Ja, es gab eine Baustelle auf der Straße und wir sind ein ganz kurzes Stück mit einem Traktor mitgefahren. Das war sehr lustig.

Könntest du dir vorstellen in Deutschland zu leben?

Ja, ich war schon ein Jahr in Tübingen und es hat mir dort sehr gut gefallen. Auch in München war es schön, wo ich fünf Monate wegen eines Praktikums verbracht habe. Aber Obst und Gemüse habe ich zum Beispiel ziemlich vermisst. Das gibt es zwar auch in Deutschland, aber nicht in dieser Fülle und Vielfalt wie in Spanien. Außerdem ist es auch viel günstiger hier.

Welches deutsche Essen war neu für dich?

Zwiebelkuchen und Hamburger Krabbenbrot. Das hat mir auch gut geschmeckt. Und auf einem Weihnachtsmarkt habe ich das erste Mal in meinem Leben Lebkuchen gegessen und Glühwein getrunken. Anfänglich war ich irritiert: Heißer Wein, das geht doch nicht … Aber dann fand ich es gut. Weihnachten in Deutschland ist wunderschön, ich mag diese Stimmung sehr.

Was hat dich an Deutschland überrascht?

Mit der Wirtschaftskrise in Spanien hat sich unsere Wahrnehmung von Deutschland verändert. Ich denke, dass dort in der gleichen Zeit viel effizienter gearbeitet wird. Es gibt weniger kleine Pausen zwischendurch.

Zuerst dachte ich auch, dass Deutschland einheitlicher ist. Aber jetzt habe ich das Gefühl, dass es aus vier Ländern besteht: dem Süden, Norden, Westen und dem Osten. Durch „Ticket nach Berlin“ hatte ich die Möglichkeit, die regionalen Unterschiede kennen zu lernen, und das war sehr interessant. Die Landschaften sind anders und auch die Menschen.

und an den Deutschen?

Am Anfang sind sie sehr kühl, reserviert und distanziert. Aber das ist nur der erste Eindruck. Denn wenn man eine Freundschaft aufbaut, werden sie zu sehr guten Freunden. Was ich auch mag, ist, dass man sich in Deutschland nicht immer gleich küssen muss, wenn man einander vorgestellt wird. Wenn ich in Barcelona in ein Restaurant zum Essen gehe und dort zehn Personen an einem Tisch sitzen, muss ich 20-mal küssen – auf die linke und rechte Wange. Es ist fast wie eine Pflicht. Und man kennt diese Leute oft auch gar nicht. Das gefällt mir gut, dass das in Deutschland nicht üblich ist.

Interivew: Karoline Rebling