Innenministerium: Deutlich weniger Flüchtlinge | Aktuell Europa | DW | 16.09.2015
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Aktuell Europa

Innenministerium: Deutlich weniger Flüchtlinge

Die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge ist seit Einführung der Grenzkontrollen "deutlich zurückgegangen". Der Bund sagt Ländern und Kommunen mehr Unterstützung in der Flüchtlingskrise zu.

Flüchtlinge in einem Zug in Freilassing in Bayern (Foto: dpa)

Flüchtlinge in einem Zug in Freilassing in Bayern

Genaue Angaben zur Zahl der ankommenden Flüchtlinge habe er nicht, sagt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin. Seit Einführung der Kontrollen am Sonntagabend seien aber immer noch pro Tag Schutzsuchende "im vierstelligen Bereich" eingereist. Am Dienstag waren nach Angaben der Bundespolizei 6000 neue Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.

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Können Grenzkontrollen das Schlepper-Problem lösen?

Der Zugverkehr von Salzburg in Richtung Deutschland wurde an diesem Mittwoch erneut bis auf weiteres unterbrochen. Grund sei eine Anweisung der deutschen Behörden, sagte eine Sprecherin der Österreichischen Bundesbahnen. Die Situation am Salzburger Hauptbahnhof sei angespannt, hieß es. Derzeit hielten sich dort rund 2000 Flüchtlinge auf. Viele von ihnen seien zu Fuß Richtung Bayern aufgebrochen, sagte der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Zu Fuß nach Bayern

Auch in Wien verlassen laut Polizei viele Flüchtlinge eigenmächtig ihre Notunterkünfte und machen sich zu Fuß oder mit Taxis auf den Weg Richtung Deutschland. "Ich kann keine exakten Zahlen nennen, aber ich würde schon von Tausenden sprechen", sagte ein Polizeisprecher.

Mehr Hilfen vom Bund

Bei einem Sondertreffen zur Flüchtlingskrise am Dienstagabend in Berlin hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel den Ländern und Kommunen erneut mehr Unterstützung in der Flüchtlingskrise zugesichert.

Unter anderem sollen Verteilzentren für Asylsuchende geschaffen werden, die Bund und Länder gemeinsam managen sollen, wie Merkel mitteilte. Zudem werde der Bund bis zu 40.000 Erstaufnahmeplätze zur Verfügung stellen.

"Es geht jetzt darum, wieder einen geordneten und nachverfolgbaren Umgang mit der großen Zahl von Flüchtlingen zu schaffen", sagte die Kanzlerin. Es gehe auch um schnellere Asylverfahren. Diejenigen, die keine Bleibeperspektive hätten, müssten Deutschland verlassen.

Dem Vernehmen nach kritisierten die Länder die schleppende Personalaufstockung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Über Finanzierung und Aufteilung der Flüchtlingskosten sowie neue Gesetze wollen Bund und Länder bei ihrem Gipfel am Donnerstag nächster Woche beraten. Länder und Kommunen pochen auf eine Verdoppelung der bisher vom Bund zugesagten Milliardenhilfen.

wl/pab (dpa, rtr, epd)

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