Infiziertenzahl in Hubei steigt sprunghaft | Aktuell Asien | DW | 13.02.2020
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Coronavirus

Infiziertenzahl in Hubei steigt sprunghaft

Zuletzt war die Zahl der Neu-Erkrankungen etwas zurückgegangen. Doch nun meldet die besonders vom Coronavirus betroffene chinesische Provinz Hubei wieder einen deutlichen Anstieg der Toten- und Infiziertenzahl.

Die Zahl neu nachgewiesener Todesopfer durch das Coronavirus hat sich in Hubei am Mittwoch im Vergleich zum Vortag mehr als verdoppelt. Die Zahl der neu nachgewiesenen Infektionen verzehnfachte sich dort sogar fast. Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, wurden in der Provinz 254 neue Todesopfer registriert, womit die Gesamtzahl der Toten seit Ausbruch der Krankheit bei mehr als 1300 liegt. Die Zahl der nachgewiesenen Infektion stieg um knapp 15.000 auf nun rund 48.000 bekannte Fälle.

Am Vortag waren in Hubei noch 97 Todesopfer und 1638 neue Infektionen gemeldet worden. Landesweit lagen zunächst keine neuen Angaben über die Verbreitung des Virus vor. Allein durch die neuen Infektionen in Hubei, wo die Lungenkrankheit in der Stadt Wuhan ursprünglich ausgebrochen war, ist die Gesamtzahl der Infektionen auf dem chinesischen Festland aber auf über 59.000 gestiegen. Nach der Meldung über eine sinkende Zahl der Neuinfektionen in China hatte die Weltgesundheitsorganisation zuletzt vor verfrühten Prognosen über ein Ende der Coronavirus-Epidemie gewarnt.

Wie die Gesundheitskommission der Provinz Hubei mitteilte, wurden die Diagnoseergebnisse nach einer Untersuchung "überarbeitet". Patienten seien gemäß der neuen Klassifikation hinzugefügt worden. Demnach würden seit jetzt auch Fälle "klinischer Diagnosen" in die Zahl der bestätigten Diagnosen aufgenommen. 

Behörden warten nicht mehr auf Testergebnis

Der deutsche Virologe Martin Stürmer erläuterte im Gespräch mit der Deutschen Welle, die Gesundheitsbehörden stützten die Zahlen nun rein auf medizinische Symptome, ohne auf ein positives Testergebnis zu warten. Man habe bereits vermutet, dass die bisherige Zahl zu niedrig sei. "Wir hatten aufgrund unserer Erfahrungen mit anderen Atemwegserkrankungen mit einer höheren Fallzahl gerechnet", sagte er der DW weiter. Jetzt deute die höhere Zahl der Fälle in China natürlich darauf hin, dass es weltweit höhere Zahlen geben könnte. 

Mit dem Höhepunkt der Epidemie rechnen die Experten nach den Worten von Stürmer frühestens in zwei Wochen. 

KP-Sekretär abgesetzt

Inzwischen wurde der oberste politische Chef der Provinz Hubei abgesetzt. Der Sekretär der Kommunistischen Partei, Jiang Chaoliang, sei durch den bisherigen Bürgermeister von Shanghai, Ying Yong, ersetzt worden, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Generell vermuten Experten eine sehr hohe Dunkelziffer bei den Infektionen. So sind die Möglichkeiten begrenzt, auf das neue Virus zu testen. Zudem erscheint das sich wandelnde Berichterstattungssystem Chinas mit unterschiedlichen Definitionen der einzelnen Fälle besonders für lokale Stellen kompliziert. Die täglich berichteten Zahlen repräsentieren laut Experten somit eher die Fähigkeiten, Fälle zu identifizieren und zu melden, als das wirkliche Ausmaß der Epidemie.

Erste Quarantänezone außerhalb Chinas

In Vietnam sind mehrere Dörfer mit insgesamt rund 10.000 Einwohnern unter Quarantäne gestellt worden. Die Maßnahme gilt zunächst für 20 Tage. In der Kommune Son Loi, die rund 40 Kilometer von Hanoi entfernt ist, wurden bislang sechs Fälle von Corona-Infektionen registriert. Die Quarantänezone in Vietnam ist die erste größere außerhalb Chinas.

Weltweit sind außerhalb des chinesischen Festlands mittlerweile mehr als 500 Infektionen bestätigt, davon 16 in Deutschland. Japan meldete das erste Todesopfer, eine über 80 Jahre alte Frau.

Wegen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus sind am Mittwoch zwei internationale Großveranstaltungen abgesagt worden: Die Veranstalter des World Mobile Congress in Barcelona kündigten an, die für Ende Februar geplante Mobilfunkmesse finde nicht statt. Auch die Formel 1 will wegen des Virus keinen Halt in Shanghai machen.
 

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