Indien macht US-Produkte teurer | Aktuell Welt | DW | 15.06.2019
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Vergeltungszölle

Indien macht US-Produkte teurer

Bisher profitierte Indien im Handel mit den USA von Zollvergünstigungen. Doch Präsident Trump machte damit Schluss. Nun holt die Regierung in Neu Delhi zum Gegenschlag aus.

Mandeln (picture-alliance/Arco Images)

In Indien äußerst beliebt: Mandeln

Indien hebt die Zölle auf insgesamt 28 Produkte aus den Vereinigten Staaten an: Betroffen sind unter anderem Mandeln, Walnüsse und Äpfel, wie die Regierung in Neu Delhi verkündete. Die Abgaben sollen von diesem Sonntag an erhoben werden.

Das südasiatische Land reagiert damit auf eine Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, der Indien kürzlich Vorteile beim Handel gestrichen hatte. Die entsprechende Regelung, die im Rahmen eines Programms für Entwicklungsländer galt, fiel am 5. Juni weg. Dadurch gingen Indien Vergünstigungen für einen zollfreien Export von Produkten im Wert von einigen Milliarden Dollar verloren.

Donald Trump (Getty Images/AFP/M. Ngan)

Kämpft mit Zöllen gegen Handelsdefizite: Donald Trump

Trump hatte Indien wegen hoher Importzölle kritisiert. Außerdem habe das Land den Vereinigten Staaten trotz intensiver Gespräche keinen "gerechten und angemessenen" Zugang zu seinen Märkten ermöglicht, meinte er. Zusätzlich belastet wurden die Handelsbeziehungen durch verschärfte Regeln in Indien für ausländische Onlinehändler wie Amazon und für Kreditkartenanbieter.

Die begehrte Nuss

Indien ist der größte ausländische Käufer von amerikanischen Mandeln. 2018 überwies das Land für den Import der Kerne mehr als eine halbe Milliarde Dollar in die USA, wie aus Daten des Handelsministeriums in Washington hervorgeht. Zugleich ist Indien der zweitgrößte Importeur von Äpfeln aus den Vereinigten Staaten.

Trump sieht die USA im Handel mit zahlreichen Ländern benachteiligt und hat deswegen auch einen Zollkonflikt mit China angezettelt. Mit der Europäischen Union liegt er ebenso im Streit und droht mit Sonderzöllen auf Autoimporte.

wa/cgn (rtr, dpa)

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