″Indien entdecken″: India Week in Hamburg | Asien | DW | 13.09.2013
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Asien

"Indien entdecken": India Week in Hamburg

Bereits zum fünften Mal findet in Hamburg die "India Week" statt. Unter dem Motto "Indien entdecken" versuchen mehr als fünfzig Veranstaltungen, das Mysterium Indien begreifbar zu machen.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz eröffnet die India Week (Foto: Stephan Wallocha)

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz eröffnete die India Week

Der Subkontinent Indien vereint ganz selbstverständlich Tradition und Moderne: so werben die Veranstalter der India Week in Hamburg (07.-15.09.2013) für ihr breit gefächertes Programm. Workshops und Diskussionsrunden, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Tanz- und Kinovorführungen bieten Einblicke in die Traditionen Indiens. Sie zeigen aber auch die Chancen und Herausforderungen, denen sich das Land wirtschaftlich und gesellschaftlich gegenüber sieht.

Hamburgs erster Bürgermeister Olaf Scholz betonte bei der offiziellen Eröffnung, dass die Hansestadt Hamburg und Indien bereits seit Jahrhunderten eng miteinander verbunden seien: „Seit mehr als vierhundert Jahren kommen Schiffe aus Indien nach Hamburg und umgekehrt. 3.000 Inder leben in der Hansestadt und im letzten Jahr haben über 7.000 indische Touristen die Stadt besucht. Es gibt wahrscheinlich kein anderes Land auf der Welt mit so vielen unterschiedlichen Menschen, Kulturen und Religionen.“

Vielfältige Probleme

Olaf Scholz und Gunit Chadha, Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank für den Raum Asien und Pazifik (Foto: Stephan Wallocha)

Olaf Scholz und Gunit Chadha, Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank für den Raum Asien und Pazifik

Doch Indien steht vor vielfältigen Problemen. Die Menschen in der mit 1,2 Milliarden Einwohnern größte Demokratie der Welt leiden unter dem Verfall der indischen Rupie und der damit einhergehenden Inflation, dem zuletzt verlangsamten Wirtschaftswachstum, von dem längst nicht alle profitieren, und der immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich.

Gunit Chadha, Mitglied der Geschäftsführung der Deutschen Bank für den Raum Asien und Pazifik, ist sich dieser Probleme bewusst. Diese haben zuletzt das Vertrauen vieler Investoren in Indien schwinden lassen. Dennoch ist Chadha optimistisch: "Wir werden nach Überwindung all dieser Probleme ein besseres Indien für die nächste Generation erschaffen haben. Ein Indien, das durch seinen demographischen Vorteil, eine Mittelklasse, die mit etwa 300 bis 500 Millionen Menschen die größte der Welt sein wird und seine wirtschaftlichen Möglichkeiten, ganz klar vorne mitspielen wird.“ Deshalb, so Chadha, sei Indien nicht nur für die großen Unternehmen der verschiedenen Branchen ein interessanter Markt und Standort in Asien, sondern auch für mittelständische Unternehmen.

Gefragter Standort Deutschland

Der Doktorand Vishwas Sharma aus Indien, der derzeit an der Medizinischen Hochschule in Hannover promoviert. (Foto: Chandrajit Basu)

Mehrere tausend Inder studieren in Deutschland

Ein weiteres Thema, das im Mittelpunkt vieler Foren stand ist der Fachkräftemangel in Deutschland. Dieser ist in einigen Branchen bereits schon jetzt eklatant. Indien genießt einen ausgezeichneten Ruf bei der Ausbildung von IT- und Telekommunikationsspezialisten, Ingenieuren, Ärzten und Wissenschaftlern. Seit Mitte 2012 stellt die Europäische Union daher die sogenannte Blue Card aus, die die wenig populäre Green Card abgelöst hat. Die Blue Card gilt bis maximal vier Jahre, kann aber bei ausreichenden Deutschkenntnissen nach einer gewissen Zeit in ein ständiges Bleibe- und Arbeitsrecht umgewandelt werden. Der BlueCard-Inhaber darf zudem auch in anderen EU-Staaten arbeiten, wenn er eine Minimalzeit der Betätigung nicht unterschreitet.

Logo Blue Card

Die Blue Card soll Fachkräfte unter anderem aus Indien anlocken

Im vergangenen Jahr stellte Deutschland etwa 9.000 Blue Cards aus, vor allem an Spezialisten aus Indien, China und Russland. Und nicht nur die Spezialisten aus Indien sollen nach Deutschland kommen. Auch Studenten aus Indien sind gefragt, betont Hamburg erster Bürgermeister Olaf Scholz. "In Hamburg hatten sich im Studienjahr 2011/2012 182 Studenten aus Indien immatrikuliert. Ihre Leistungen waren überdurchschnittlich. In ganz Deutschland studieren mehrere tausend Studenten aus Indien."

Neben den Fachkräften und den Studenten zieht es auch indische Unternehmen nach Deutschland. Daher soll auch für Deutschland als Standort geworben werden. Bisher siedeln sich indische Unternehmen vor allem in Süddeutschland an: Bayern und Baden-Württemberg sind sehr gefragt. Doch inzwischen sind auch in Hamburg aufgrund seines Hafens und der exzellenten Handelsverbindungen bereits 40 indische Unternehmen ansässig.