In der Küche | Archiv | DW | 28.11.2013
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Archiv

In der Küche

Im Reisetagebuch schildern die Kandidaten abwechselnd ihre ganz persönlichen Erlebnisse und Gedanken rund um die Dreharbeiten. Jonas erzählt heute vom Kochen – und er verrät, warum er immer häufiger vegetarisch isst.

Die Aufgabe in Magdeburg war gar nicht so leicht, da auf dem Markt niemand das Rezept für Quarkkeulchen kannte. Einige Leute konnten uns zwar sagen, welche Zutaten wir brauchten, aber diese allgemeinen Informationen reichten nicht, um die Quarkkeulchen wirklich zubereiten zu können. Gott sei Dank haben wir dann die Buchhändlerin getroffen, die uns geholfen hat.

Unsere Quarkkeulchen haben geschmeckt, aber sind nicht zu meinem neuen Lieblingsessen geworden. Ich würde dieses Gericht gerne noch einmal in einem Restaurant probieren, um zu vergleichen, ob unsere Quarkkeulchen wirklich wie das Original geschmeckt haben. Das Apfelmus, das es dazu gab, fand ich allerdings wirklich lecker.

Ein süßes Hauptgericht wie Quarkkeulchen ist in Norwegen zum Mittagessen nicht überall üblich. Manche Leute machen süße Pfannkuchen. Ich habe das auch mal versucht. Einmal wollte ich Zucker dazu karamellisieren, dabei ist mir der Zucker in der Pfanne angebrannt, und der Pfannkuchen war schwarz wie Kohle.

Als ich 16 Jahre alt war, habe ich zum ersten Mal allein gewohnt. Seitdem koche ich auch selber. Zuhause kochen meine Eltern beide, da konnte ich immer mitmachen. In der Schule hatte ich Kochen als Schulfach. So habe ich, denke ich, ganz gut Kochen gelernt. Die Köchin, die uns in Magdeburg unterstützt hat, fand ich allerdings sehr streng. Die Küche musste immer ganz sauber sein. Ich bin zwar nicht sehr unordentlich und chaotisch, aber ein bisschen Mehl verstreue ich natürlich schon. Das finde ich auch normal. In Magdeburg sollten wir immer alles sofort wieder sauber machen.

Seit einiger Zeit versuche ich, so oft es geht, vegetarisch zu essen. Ich finde das für die Umwelt und für die Tiere besser. Einmal habe ich sogar ein ganzes Jahr lang vegetarisch gelebt. Aber dann kam Weihnachten und das typische Weihnachtsgericht aus getrocknetem Lammfleisch. Da konnte ich nicht „Nein“ sagen. Ab und zu mache ich auch Fisch. Dorsch, Kabeljau oder Lachs sind in Norwegen immer frisch und sehr lecker. Die Buchhändlerin in Magdeburg hatte gesagt: „Quarkkeulchen, das ist schnelle Küche für faule Hausfrauen.“ In Norwegen machen faule Köche, die wenig Zeit haben, meistens ein kleines Lachsgericht.

Wenn ich „Ticket nach Berlin“ in Norwegen organisieren würde, müssten die Teilnehmer „Lutefisk“ kochen. Was das ist, verrate ich nicht. Ihr könnt im Internet ja mal danach suchen.

Text: Jonas