Impf-Großstudie startet in Tirol | Aktuell Europa | DW | 03.03.2021
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Corona-Pandemie

Impf-Großstudie startet in Tirol

Im stark von der südafrikanischen Corona-Virusvariante betroffenen Bezirk Schwaz soll die Bevölkerung komplett durchgeimpft werden. Das Pilotprojekt soll von Wissenschaftlern begleitet werden.

Geimpft werden soll mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer. In Zusammenarbeit mit der EU-Kommission, den beteiligten Pharmaunternehmen, der Regierung in Wien und der Landesregierung von Tirol sei es gelungen, 100.000 zusätzliche Impfdosen von BioNTech/Pfizer als Vorauslieferung zu bekommen, gab die österreichische Bundesregierung bekannt. Der Tiroler Bezirk werde zur Forschungsregion erklärt. Das Ziel des Projekts sei es, Daten über die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen die südafrikanische Variante des Coronavirus zu sammeln.

Der Vorschlag dazu sei von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gekommen, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz bei der Vorstellung des Projekts. Es ist unsere Chance, die südafrikanische COVID-Variante im Bezirk Schwaz auszulöschen beziehungsweise "gegen Null zu bringen", betonten Kanzler Kurz und Tirols Landeshauptmann Günther Platter unisono bei der via Livestream zusammengeschalteten gemeinsamen Pressekonferenz in Wien und Innsbruck.

Impfbeginn kommende Woche

Innerhalb Österreichs ist Tirol besonders stark von Corona-Variante B.1.351 betroffen. Im Tiroler Bezirk Schwaz mit seinen 84.000 Einwohnern wurde das größte bekannte Cluster der Virus-Mutation in Europa entdeckt. Das Impfprojekt soll national und international von Wissenschaftlern begleitet werden, in einer Studie sollen Erkenntnisse zur Impfung bei der zuerst in Südafrika aufgetretenen Mutation gewonnen werden. Als Startzeitpunkt für die Impfaktion ist die zweite März-Woche anvisiert.

Österreich Schwaz Tirol | Schloss Freundsberg

Schloss Freundsberg südlichen Stadtrand von Schwaz

Der Plan sehe vor, dass allen ab dem 16. Lebensjahr im Bezirk Schwaz der Impfstoff angeboten wird, sagte Bundesgesundheitsminister Rudolf Anschober. In anderen Teilen Österreichs wurden bisher nur ältere und kranke Menschen geimpft.

Laut Kurz sei die südafrikanische Variante deswegen so herausfordernd, "weil viele Studien darauf hindeuten, dass zumindest einer unserer Impfstoffe deutlich schlechter wirken dürfte". Dies sei eine "große Gefahr für den Weg zurück in die Normalität".

qu/ehl (dpa, rtr, afp, ORF)

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