Ilkay Gündogan will weiter für Nationalelf spielen | Sport | DW | 17.08.2018
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Nationalelf

Ilkay Gündogan will weiter für Nationalelf spielen

Während Mesut Özil mit einem Knall zurücktrat, will Ilkay Gündogan seine Karriere in der deutschen Nationalelf fortsetzen. Ob er nach den bei der WM gezeigten Leistungen wirklich bei Joachim Löw spielen wird, ist offen.

Gut einen Monat nach dem WM-Finale hat sich Ilkay Gündogan zu seiner Zukunft in der Nationalmannschaft geäußert. Allerdings hat Gündogan seine Zukunftspläne gut versteckt: In einem Kommentar zu einer Userfrage auf Instagram, was seine weiteren Karriereziele seien, schrieb Gündogan: "Ich möchte mit Manchester City die Champions League gewinnen und mindestens einen Titel mit der Nationalmannschaft", so Gündogan in eine Instagram-Story. Der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler von Manchester City beendete damit Spekulationen um einen möglichen Rücktritt aus der Nationalelf nach einem mehr als enttäuschenden WM-Sommer. Auf Instagram bekam er dafür viel Beifall, allerdings auch harsche Reaktionen von kritischen Fans.

Die Erdogan-Affäre und eine verkorkste WM
Begonnen hatte alles mit einem Foto: Zusammen mit Mesut Özil war Gündogan Auslöser der sogenannten Erdogan-Affäre gewesen. Die beiden Premier-League-Profis hatten sich kurz vor der Nominierung zur Fußball-Weltmeisterschaft in Russland zusammen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan fotografieren lassen.

Erdogan mit Gündogan (picture-alliance/dpa/Uncredited/Presdential Press Service)

Viel diskutiertes Foto: Gündogan (l.) mit Erdogan

Wegen der Bilder wurden die beiden England-Profis vom FC Arsenal und Manchester City heftig kritisiert. Während Gündogan noch vor der WM Stellung bezog, sich erklärte und um Verständnis für die Aktion warb, hatte Özil zunächst geschwiegen. Erst drei Wochen nach dem Vorrunden-Aus der deutschen Elf erklärte sich Özil Ende Juli via sozialer Medien und verband seinen Rücktritt mit heftigen Vorwürfen gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB), dessen Chef Reinhard Grindel, deutsche Medien und einen DFB-Sponsor. Er verspüre das "Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit", schrieb Özil. Gündogan verzichtete auf ähnliches, erhob keine Vorwürfe gegen den DFB oder die deutsche Öffentlichkeit.

Stattdessen machte er deutlich, dass die wochenlange Diskussion um die Erdogan-Fotos nicht das Schlimmste in seiner Karriere war, sondern ein anderer Vorfall: "Die Rückenverletzung 2013 war der schlimmste Moment meines Lebens." Die schwere Verletzung habe nicht nur seine Karriere, sondern auch sein Sozialleben beeinträchtigt, sagte Gündogan. Die Stauchung der Wirbelsäule, die fast seine Karriere beendet hätte, sorgte dafür, dass der damalige Dortmunder ein Jahr lang kein Spiel absolvieren konnte - und somit auch den WM-Titel 2014 verpasste. 

Erarbeitet er sich wieder das Vertrauen von Löw?

Gündogan debütierte 2011 in der deutschen Nationalelf, kommt aber bisher nur auf 27 Einsätze und vier Tore. Lange Verletzungspausen und Formschwankungen führten immer wieder zu Ausfällen. Bei der WM in Russland konnte der gebürtige Gelsenkirchener nicht überzeugen und erntete in Medien und Öffentlichkeit viel Kritik. Ob er sein Ziel, einen Titel mit der DFB-Elf zu gewinnen, wahr machen kann, liegt also nicht nur in seiner Hand und in der seiner Mitspieler, sondern auch in der des Bundestrainers, dessen Vertrauen er sich wieder erarbeiten muss.

jw/ck (mit sid, dpa)

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