IFA: Messe für wenige, 5G für alle | Wirtschaft | DW | 03.09.2020
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Technikmesse

IFA: Messe für wenige, 5G für alle

Die Berliner Technikmesse IFA ist am Donnerstag als verkleinerte "Special Edition" in streng begrenztem Rahmen für das Fachpublikum gestartet. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Technik-Schau auf drei Tage verkürzt.

An der diesjährigen Berliner IFA können nur Händler, Hersteller und akkreditierte Medienvertreter teilnehmen. Nach dem ausgeklügelten Hygienekonzept dürfen an den drei Messetagen ab Donnerstag maximal 750 Menschen zur gleichen Zeit in jeden der drei Veranstaltungsbereiche kommen. Aussteller und Einkäufer treffen sich in einem separaten Bereich, um Geschäfte abzuwickeln.

Die IFA hat im vergangenen Jahr rund 250.000 Besucher angezogen. Sie gehört aber auch zu den größten Ordermessen der Welt. 2019 verzeichnete die IFA nach Angaben der Messegesellschaft ein Ordervolumen von rund 4,7 Milliarden Euro. Da auch zahlreiche kleinere Firmen aus Asien fehlen, wird diese Zahl in diesem Jahr nicht erreicht werden können.

Wenige Aussteller auf dem Gelände

Messe-Stammgast Samsung zeigte seine Neuerungen vorab in einem eigenen Digitalformat, das im Internet übertragen wurde. Wie der koreanische Technikkonzern verzichten in diesem Jahr auch Firmen wie Sony, Philips, Lenovo, Amazon und Sennheiser auf einen IFA-Stand. Andere IFA-Stammgäste wie Miele, Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) oder Qualcomm haben keine Stand, veranstalten aber immerhin Pressekonferenzen. Apple nimmt traditionell nicht an Messen teil. Insgesamt sind nur rund 100 Aussteller vor Ort.

IFA Messe (Reuters)

Die IFA: So sah es in Berlin noch im vorigen Jahr aus - eine Messe mit vielen unbesorgten Besuchern

5G für alle

Ein Thema der Messe ist der Mobilfunkstandard 5G. Der US-Chiphersteller Qualcomm will den neuen Standard in jedes Handy bringen. Zum Messestart sagte Qualcomm-Präsident Cristiano Amon in der Eröffnungsrede über den neuen 5G-fähigen Snapdragon-4-Chip: "Er wird das Versprechen einlösen, 5G für alle Smartphone-Nutzer verfügbar zu machen."

Die neue Version werde auf günstigeren Geräten zwischen 125 und 250 Dollar laufen, die Anfang nächsten Jahres in den Handel kämen. Smartphone-Hersteller wie Motorola, Oppo und Xiaomi wollen Snapdragon-4 nutzen. Zugleich kündigte Amon eine 5G-Plattform an, die Laptops unterstützen soll, die "ständig an, ständig vernetzt" sind. Qualcomm ist der weltgrößte Anbieter von Mobilfunk-Chips.

Amon sagte, 5G-Netzwerke würden weltweit deutlich schneller errichtet als erwartet. Inzwischen hätten 80 Telekomfirmen in 35 Ländern den Aufbau der Netze in Angriff genommen, die für künftige Schlüsseltechnologien nötig sind - etwa das autonome Fahren, virtuelle Realität und Industrie 4.0. Er rechnet damit, dass in zwei Jahren 750 Millionen 5G-Smartphones ausgeliefert werden.

Geschäft hängt am Homeoffice

Insgesamt gibt sich die Branche zuversichtlich für die zweite Jahreshälfte. "Wir sind sehr positiv", sagte Panasonic-Deutschland-Chef Kai Hillebrandt in seiner Funktion als Aufsichtsratschef der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu), die die IFA in Berlin ausrichtet. Zur Eröffnung der Messe versicherte er, die Branche schlage sich seit Ausbruch der Pandemie gut. Die Nachfrage nach Produkten, die in irgendeiner Form den Trend zum Homeoffice stützten, sei gestiegen.

Eine Studie des Branchenverbandes Bitkom prognostiziert allerdings, dass die Umsätze mit klassischer Unterhaltungselektronik - Fernsehern, Digitalkameras oder Spielekonsolen - im laufenden Jahr voraussichtlich um sieben Prozent auf 8,2 Milliarden Euro zurückgehen.

dk/bea (dpa, rtr)

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