″Ich stelle nach Schwanzlänge auf″ - Fußballspruch 2019 gewählt | Deutschlehrer-Info | DW | 31.10.2019
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"Ich stelle nach Schwanzlänge auf" - Fußballspruch 2019 gewählt

Wenn Journalisten Fußballer interviewen, hört man oft dieselben Floskeln und Aussagen. Hin und wieder kommen dabei aber auch ganz besondere Kommentare heraus - wie die Wahl zum Fußballspruch 2019 beweist.

Sprüche von Fußballern oder Fußballtrainern dienen schon seit Langem dazu, sich über die vermeintliche Bildungsferne von Profifußballern lustig zu machen. Zitiert werden dann besonders gerne sprachliche Fehltritte, seien sie inhaltlicher, grammatischer oder lexikalischer Art. Manche von ihnen wurden sogar zu geflügelten Worten - etwa die einem ehemaligen Nationalspieler zugeschriebene Antwort auf die Frage, wo er in Zukunft spielen wolle: "Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien."

Dass Fußballer und Fußballerinnen aber auch sehr schlagfertige, witzige und intelligente Kommentare liefern können, beweist die von der Deutschen Akademie für Fußballkultur durchgeführte Wahl zum Fußballspruch des Jahres. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an Imke Wübbenhorst, Trainerin einer Männerfußballmannschaft, die nach ihrem Debüt gefragt wurde, ob sie eine Sirene auf dem Kopf tragen werde, damit ihre Spieler schnell eine Hose anziehen könnten, bevor sie in die Kabine komme. Ihre ironische Antwort: "Ich bin Profi, ich stelle nach Schwanzlänge auf."

Damit setzte sich Wübbenhorst in der Publikumsabstimmung im Rahmen einer Gala zur Verleihung des Deutschen Fußball-Kulturpreises unter anderem gegen Nationalspieler Leon Goretzka durch. Goretzka hatte nach rassistischen Äußerungen von Fußballfans beim Länderspiel der Deutschen gegen Serbien gesagt: "Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets. Da antwortet man auf die Frage nach der Nationalität mit Schalke, Dortmund oder Bochum."

Der seit 2006 vergebene Preis ist mit 5000 Euro für einen gemeinnützigen Zweck dotiert. Im Vorjahr hatte der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger als ARD-Experte beim WM-Spiel Deutschland gegen Schweden die sehr defensive Spielweise des Gegners mit den Worten kommentiert: "Die Schweden sind wie die Mittdreißiger in der Disco: hinten reinstellen und warten, ob sich was ergibt."

ip/sts (dpa)

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