Huthi-Rebellen im Jemen melden Tod von Ex-Präsident Saleh | Aktuell Welt | DW | 04.12.2017
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Jemen

Huthi-Rebellen im Jemen melden Tod von Ex-Präsident Saleh

Der jemenitische Ex-Präsident Saleh hatte sich bereit erklärt, mit der Regierung und mit Saudi-Arabien zu verhandeln. Die Kämpfe mit seinen früheren Verbündeten, den Huthi-Rebellen, sind daraufhin eskaliert.

Jemen Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh (picture-alliance/AP Photo/H. Mohammed)

Jemens Ex-Präsident Saleh (hier bei einer Rede im August)

Der einflussreiche Ex-Präsident des Jemen, Ali Abdullah Saleh, ist nach Angaben der Huthi-Rebellen tot. Saleh sei bei Kämpfen in der Hauptstadt Sanaa erschossen worden, berichtete der Rebellensender Al-Masirah unter Berufung auf das von den Huthis geführte Innenministerium. Auch andere arabische Sender verbreiten die Meldung. Saleh sei von Scharfschützen getroffen worden, berichtete der saudiarabische Sender Al-Arabija unter Berufung auf dessen Partei. In sozialen Netzwerken kursiert ein Video, in dem möglicherweise die Leiche zu sehen ist. Eine unabhängige Bestätigung für den Tod gibt es bislang nicht.

Offener Bruch 

Saleh hatte am Samstag das Bündnis mit den vom Iran unterstützten schiitischen Huthis aufgekündigt, diese sprachen von "Hochverrat". In Sanaa kam es zu einem heillosen Chaos und wildem Blutvergießen.  

Loyal zu Saleh stehende Truppen kämpfen mit den Huthi-Aufständischen verbissen um eine militärische Vorentscheidung. Die von Saudi-Arabien dominierte arabische Allianz bombardiert den zweiten Tag in Folge Stellungen der Huthis in der ohnehin geschundenen Großstadt. Über die Verluste an den Frontlinien kann nur spekuliert werden. Drei der Krankenhäuser der Hauptstadt melden insgesamt mindestens 125 Todesopfer und mehr als 230 Verletzte.   

Jemen Sanaa Kämpfe (Getty Images/M. Huwais)

Rauch steigt auf über den Trümmern Sanaas

Die Huthi-Rebellen haben nach eigenen Angaben Geländegewinne gegen ihre früheren Verbündeten erzielt. Ein Huthi-Sprecher erklärte, seine Milizen hätten im Süden von Sanaa Positionen von Saleh-Anhängern eingenommen. Jemenitische Medien und Aktivisten berichteten von Straßenkämpfen.

Bewohner meldeten überdies, dass sich die Kämpfe zwischen Saleh-Gefolgsleuten und Rebellen auf Gebiete außerhalb der Hauptstadt ausgeweitet hätten. Stammesangehörige in Salehs Heimatstadt Sanhan südlich von Sanaa berichteten von heftigen Gefechten in der Nacht zum Montag. Die von den Huthis kontrollierte Nachrichtenagentur Saba und Augenzeugen berichteten, Jets der saudisch-geführten Koalition hätten zahlreiche Luftangriffe gegen die Rebellen geflogen.

Freund und Feind  

Saleh und Huthi-Chef Abdul Malik al-Huthi waren jahrzehntelang verfeindet gewesen, bis sie sich gegen den sunnitischen Staatschef Abd Rabbo Mansur Hadi verbündeten. Sie kontrollierten zusammen große Teile des Landes auf der Arabischen Halbinsel. In den vergangenen Tagen bröckelte das Bündnis jedoch. Die Huthi-Rebellen reagierten erbost auf Salehs Kehrtwende. Beobachter sehen eine mögliche Wende in dem Bürgerkrieg. 

Sturm auf Sanaa und Amnestie-Offerte

Derweil befahl der nach Saudi-Arabien geflohene Präsident Hadi seinen Truppen, Sanaa mithilfe der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition zurückzuerobern. Vize-Präsident Ali Mohsen al-Ahmar, der sich in Marib östlich von Sanaa aufhalte, habe die Anordnung erhalten, den Marsch auf die Hauptstadt zu veranlassen, verlautete aus dem Umfeld Hadis.

Jemens Regierung stellte eine Amnestie für alle Verbündeten der Huthis in Aussicht, die mit den Rebellen gebrochen haben. Regierungschef Ahmed bin Dagher erklärte in Aden, Präsident Hadi werde bald eine entsprechende Generalamnestie erlassen. Mit der Zusicherung einer Straffreiheit will die jemenitische Führung offensichtlich das Huthi-Lager weiter schwächen.

SC/cr (APE, afp, rtr, dpa)