Huthi-Rebellen geben offenbar Hafenstädte auf | Aktuell Nahost | DW | 11.05.2019
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Bürgerkrieg im Jemen

Huthi-Rebellen geben offenbar Hafenstädte auf

Im Bürgerkriegsland Jemen haben die schiitischen Huthi-Rebellen nach UN-Angaben mit dem vereinbarten Abzug aus drei Hafenstädten begonnen. Die Regierung bezweifelt den Rückzug und spricht von Täuschung.

Jemen Konflikt Hafenstadt Hudaida Huthi Rebellen (Getty Images/AFP/A. Hyder)

Huthi-Rebellen in Hudaida (Archivbild)

Unter Beobachtung der UN sei der einseitige Truppenabzug aus den Häfen Hudaida, Salif und Ras Isa eingeleitet worden, sagte ein hochrangiger Huthi-Vertreter der Deutschen Presse-Agentur. Damit werde die Ende vergangenen Jahres ausgehandelte Waffenruhe umgesetzt.

Die Vereinten Nationen bestätigten den Huthi-Rückzug aus den drei Häfen am Roten Meer. "Ja, der rückzug hat begonnen", sagte UN-Sprecher Farhan Haq auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Aus dem Umfeld der Huthis verlautete, die Häfen würden dem Personal der Küstenwache übergeben, die früher für die Verwaltung der Einrichtungen zuständig war.

Dagegen warf die Regierung des Krisenstaats den Huthi-Rebellen vor, den angekündigten Rückzug von drei Häfen lediglich vorzutäuschen. Die Rebellen würden "eine neue List aufführen" und die Häfen von Hodeida, Saleef und Ras Issa ohne Kontrolle durch die UN "an sich selbst übergeben", sagte der Gouverneur der Provinz Hodeida, al-Hasan Taher, der Nachrichtenagentur AFP.

Truppenabzug im Februar vereinbart

Im Februar hatte sich die international anerkannte Regierung im Jemen mit den Huthis auf den Abzug geeinigt, um eine Ende 2018 in Stockholm vereinbarte Waffenruhe umzusetzen. Einen Plan für den Abzug hatten die Konfliktparteien im April akzeptiert.

Jemen Hafenstadt Hudaida (picture-alliance/dpa/M. Mohammed)

Die Hafenstadt Hudaida ist einer wichtigsten Einfuhrhäfen des Jemen gewesen

Der Jemen ist eines der ärmsten Länder der arabischen Welt und leidet seit 2014 unter dem Konflikt zwischen den von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen und den vom saudischen Erzrivalen Iran geförderten Huthi-Rebellen. Diese halten seit fast fünf Jahren große Teile des Nordjemens besetzt.

Hungersnot im Land

Laut UN sind zehn Millionen Menschen in dem Land vom Hungertod bedroht, 80 Prozent der Bevölkerung benötigen dringend Hilfe. Hudaida und die anderen Häfen am Roten Meer sind für die Versorgung mit Hilfsgütern vor allem im Nordjemen von großer Bedeutung.

cgn/rb/kle (afp, dpa, rtr)

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