Hurrikan ″Matthew″ schreckt die Karibik auf | Aktuell Amerika | DW | 02.10.2016
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Wirbelstürme

Hurrikan "Matthew" schreckt die Karibik auf

Kuba, Jamaika, Haiti - vor allem in diesen Ländern bereiten sich die Bewohner fieberhaft auf die Ankunft von Wirbelsturm "Matthew" vor. Selbst die so stolze US-Marinebasis Guantanamo fürchtet diesen Gegner.

In Kuba, genauer: in der Stadt Santiago de Cuba, inspizierte Präsident Raúl Castro höchstpersönlich die Schutzmaßnahmen. Die Behörden richteten sich auf Evakuierungen und die Verteilung von Lebensmitteln ein. Kubas Streitkräfte wurden mobilisiert, um die betroffenen Regionen beim Schutz vor dem Unwetter zu unterstützen. Auf der US-Marinebasis Guantanamo im Osten der Karibikinsel laufen die Vorbereitungen für das Ausfliegen hunderter Familienangehöriger von Soldaten und sonstigen Militärbediensteten. Insgesamt sollen rund 700 Menschen von Guantanamo weggebracht werden. Der letzte Hurrikan, der Kuba streifte - "Sandy" - verwüstete im Oktober 2012 die östlichen Provinzen und zerstörte Hunderte Häuser. Elf Menschen starben.

Experten: "Matthew" bleibt bis Montag ein mächtiger Hurrikan

In Jamaika brachten die Bewohner der Hauptstadt Kingston stabile Holzplatten vor Fenstern und Türen an. Zudem drängten sie in die Supermärkte, um sich vor allem mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Batterien einzudecken. 

Bewohner in Jamaikas Hauptstadt Kingston vor einer Trinkwasser-Zapfstelle (Foto: picture-alliance/dpa/R. Brown)

Bewohner in Jamaikas Hauptstadt Kingston vor einer Trinkwasser-Zapfstelle

Das Auge des Hurrikans der Kategorie 4 befand sich am Samstagabend (Ortszeit) 580 Kilometer südsüdwestlich von Haitis Hauptstadt Port-au-Prince und 620 Kilometer südöstlich von Kingston. Zuletzt bewegte sich der Sturm kaum. "Einige Schwankungen in der Intensität sind in diesen Tagen möglich, aber wir gehen davon aus, dass 'Matthew' ein mächtiger Hurrikan bis Montag bleibt", teilten die Experten des US-Hurrikan-Zentrums mit. Am Montag dürfte der Wirbelsturm in Jamaika und Haiti auf Land treffen. Momentan nimmt er maximale Windgeschwindigkeiten bis zu 250 Stundenkilometer auf. Trifft der Sturm auf Land, ist mit heftigem Regen zu rechnen, der lebensbedrohliche Springfluten und Erdrutsche verursachen könnte.

In diesem Jahr schon fünf Wirbelstürme im Atlantik

Die Ausläufer von "Matthew" mit viel Wind und Regen hatten bereits am Freitag vor der Küste Kolumbiens Alarm ausgelöst. In einigen Gemeinden des Departements La Guajira sorgten die Niederschläge für Überschwemmungen. Ein 67-jähriger Mann starb laut Behörden, als er in den Fluten eines Flusses weggeschwemmt wurde. Schulen wurden vorsorglich geschlossen. Die Wirbelsturm-Saison im Atlantik liegt zwischen Juni und November. In diesem Jahr haben sich bisher 13 Tropenstürme geformt, von denen fünf das Ausmaß eines Hurrikans erreichten.

sti/qu (ap, dpa, rtr)

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