Hunt darf Johnson herausfordern | Aktuell Europa | DW | 20.06.2019
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Großbritannien

Hunt darf Johnson herausfordern

Außenminister gegen Ex-Außenminister: Im Vereinigten Königreich stehen die beiden Finalisten im Rennen um die Nachfolge von Premierministerin Theresa May fest. Der Sieger scheint so gut wie ausgemacht.

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Ex-Außenminister Boris Johnson gilt als Favorit

Der ehemalige britische Außenminister Boris Johnson und der amtierende Chefdiplomat Jeremy Hunt gehen in die Stichwahl um den Vorsitz der Tories. Die abschließende Entscheidung treffen nun die 160.000 Mitglieder der konservativen Partei im Vereinigten Königreich. Der neue Vorsitzende soll bis Ende Juli gekürt sein. Er wird dann auch Regierungschef und somit Nachfolger von Premierministerin Theresa May.

Bei der fünften und letzten Abstimmungsrunde in der Tory-Fraktion hatte Hunt am Donnerstagabend 77 von 313 Stimmen erhalten. Er setzte sich damit gegen Umweltminister Michael Gove durch, der zwei Stimmen weniger bekam.

Favorit vs. Außenseiter

Johnson lag mit 160 Stimmen erneut weit vor seinen Konkurrenten. "Ich fühle mich zutiefst geehrt, dass ich mehr als 50 Prozent der Stimmen in der Schlussabstimmung erhalten habe", twitterte Johnson. Er freue sich darauf, seinen Brexit-Plan vorzustellen, das Land "zu einen und eine bessere Zukunft für uns alle zu schaffen".

Der 55-Jährige will das Abkommen für den EU-Austritt nachverhandeln, was Brüssel aber strikt ablehnt. Doch auch ohne Deal besteht Johnson darauf, dass Großbritannien am 31. Oktober die Europäische Union verlässt - ungeachtet aller Folgen für die Wirtschaft und andere Lebensbereiche.

Der 52 Jahre alte Hunt räumte ein: "Ich bin der Außenseiter." Aber in der Politik könnten eben auch Überraschungen passieren.

Beim Brexit-Referendum 2016 hatte Hunt gegen den EU-Austritt gestimmt, kurze Zeit später aber eine Wandlung zum Brexit-Befürworter vollzogen. Viele vermuten, dass er sich damit schon in Position bringen wollte für die May-Nachfolge. Als Außenminister gelang es Hunt, die EU-Partner mit ähnlich provokativen Äußerungen gegen sich aufzubringen wie sein Vorgänger Johnson.

Die beiden Finalisten sollen sich in den kommenden Wochen bei voraussichtlich 16 regionalen Konferenzen den Tory-Mitgliedern näher vorstellen. Johnson gilt als überaus beliebt an der Parteibasis. Ihm wird zugetraut, Brexit-Befürworter zurückzugewinnen, die sich von den Konservativen abgewendet haben. Auf einen Sieg von "Underdog" Hunt möchten politische Beobachter wohl eher nicht wetten. Inzwischen sei es "nahezu unausweichlich", dass Johnson neuer Premierminister werde, schrieb etwa die Tageszeitung "The Guardian".

wa/jj (dpa, afp, rtr) 

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