Hunderttausende bei Algeriens Freitagsdemos | Aktuell Afrika | DW | 22.03.2019
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Nordafrika

Hunderttausende bei Algeriens Freitagsdemos

Auch nach dem Verzicht des algerischen Präsidenten Bouteflika auf eine fünfte Amtszeit reißen die Proteste in Land nicht ab. Massenhaft gehen die Menschen wieder gegen die Staatspolitik auf die Straße.

Die Protestbereitschaft der Algerier scheint ungebrochen. Trotz des einsetzenden Nieselregens strömten in der Hauptstadt Algier die Menschen auf die Straßen und marschierten in Richtung des alten Postgebäudes der algerischen Hauptstadt. Viele hatten die Nationalfahne um die Schultern geschlungen oder hielten sie in der Hand.

Auch viele Balkone von Wohnhäusern waren mit der Flagge geschmückt. Eine pensionierte Beamtin erklärte, sie werde jeden Freitag demonstrieren, "bis dieses verfaulte Regime zusammenbricht".

Algerien, Freitagsdemo (picture alliance/AP Photo)

Mit Fahne und Vuvuzela gegen die Regierung: Demonstranten in Algier

Begleitet wurden die Proteste wieder von einem großen Polizeiaufgebot. Nach Aussagen von Beobachtern sollen einige Demonstranten Absperrungen der Polizei durchbrochen haben und in Richtung des Präsidentenpalastes marschiert sein.

Laut einem Bericht der Zeitung "TSA" setzte die Polizei Tränengas ein. Auch in vielen anderen Städten Algeriens gingen die Menschen wieder auf die Straße. So gab es nach Berichten lokaler Medien Demonstrationen unter anderem in Oran, Bouira, Constantine und Bejai.

Unmut über Wahlverschiebung

Besonders erbost sind die Demonstranten über die Entscheidung des 82-jährigen Staatschefs Abdelaziz Bouteflika, die für den 18. April geplante Präsidentschaftswahl auf unbestimmte Zeit zu verschieben und nach dem Ende seines vierten Mandats am 28. April fürs erste im Amt zu bleiben. Sie sehen darin ein Manöver Bouteflikas, um sich und seinem Umfeld möglichst lange die Macht zu sichern.

Algerien, Freitagsdemo (picture alliance/dpa)

Seit mehreren Wochen zeigen die die Algerier ihren Unmut über die Politik im Land

Bouteflikas Gegner protestieren seit dem 22. Februar fast täglich - zunächst richteten sich die Proteste gegen seine erneute Kandidatur, später gegen seinen Verbleib im Amt. Der Staatschef regiert das nordafrikanische Land seit 20 Jahren autoritär. Seit einem Schlaganfall im Jahr 2013 hat er sich jedoch weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Kritiker halten den gebrechlichen Greis nicht mehr für denjenigen, der im Machtapparat die Fäden in der Hand hält.

cgn/pg (afp, rtr)

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