Hunderte Flugzeuge bleiben nach Triebwerksexplosion am Boden | Aktuell Welt | DW | 21.04.2018
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Aktuell Welt

Hunderte Flugzeuge bleiben nach Triebwerksexplosion am Boden

Nach dem tödlichen Zwischenfall auf einem Linienflug in den USA müssen knapp 700 Flugzeuge mit Triebwerken des gleichen Typs eine Zwangspause für Inspektionen einlegen. Die Ursache der Explosion scheint klar.

Ermittler der Verkehrsaufsichtsbehörde untersuchen das zerstörte Triebwerk (Reuters/NTSB)

Ermittler der Verkehrsaufsichtsbehörde untersuchen das zerstörte Triebwerk

Die US-Luftfahrtbehörde (FAA) hat wegen der verheerenden Explosion eines Triebwerks einer Maschine der Fluggesellschaft Southwest Airlines eine Dringlichkeits-Überprüfung baugleicher Triebwerke angeordnet. Alle Triebwerke vom Typ CFM56-7B, die mehr als 30.000 Flüge auf dem Buckel haben, müssten binnen 20 Tagen überprüft werden, erklärte die FAA. Das betrifft 352 Triebwerke in den USA und 681 weltweit.  

Die FAA traf diese Entscheidung nach eigenen Angaben auf der Grundlage erster Ermittlungsergebnisse zu dem Zwischenfall vom Dienstag. Auf einem Flug von New York nach Dallas war bei einer Boeing 737 in knapp 10.000 Metern Flughöhe das linke Triebwerk explosionsartig zerborsten.

Splitter schossen durch ein Fenster, Sauerstoffmasken fielen aus der Kabinendecke, eine Frau wurde fast aus dem Fenster gerissen und tödlich verletzt. Die Maschine mit 144 Passagieren und fünf Crewmitgliedern an Bord musste schließlich in Philadelphia notlanden. 

Die Verkehrsaufsichtsbehörde NTSB nahm Ermittlungen zu dem Vorfall auf.  Eine erste Untersuchung des kaputten Triebwerks ergab, dass eine Turbinenschaufel fehlte. Nach Einschätzung der US-Flugsicherheitsbehörde (FSB) war diese möglicherweise aufgrund von Verschleiß zerbrochen. Mit ihrer Anordnung folgt die FAA einer Empfehlung des Herstellers CFM. Dieser empfahl zudem, dass bis Ende August rund 2500 weitere Triebwerke überprüft werden.

Die Lufthansa sieht keinen Anlass für die Überprüfung ihrer Maschinen. "Die 737 haben wir nicht mehr in der Flotte", sagte eine Sprecherin der Fluglinie auf Anfrage. Auf Kurz- und Mittelstrecken - also Flügen in Deutschland und Europa - setze die Lufthansa nur Maschinen der Airbus 320-Familie ein. Für Langstrecken verwende man Airbus- und Boeing-Maschinen, zum Beispiel den Airbus A 380 und die Boeing 747.

stu/sam (afp, dpa)

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