Huawei rechnet mit Milliarden-Rückgang | Wirtschaft | DW | 17.06.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Handelskonflikt

Huawei rechnet mit Milliarden-Rückgang

Der Gründer und Chef von Huawei hat die Folgen der harschen US-Maßnahmen gegen seinen Konzern nun mit einem Preisschild versehen: Der chinesische Elektronikkonzern stehe vor einem Umsatzeinbruch von 30 Milliarden Dollar.

Vor Investoren im südchinesischen Shenzhen sagte Huawei-Chef Ren Zhengfei: "In den nächsten beiden Jahren wird die Produktion um 30 Milliarden Dollar gekürzt." Umgerechnet sind das 27 Milliarden Euro. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 721,2 Milliarden Yuan (95,3 Milliarden Euro) erzielt.

Ist Huawei ein Sicherheitsrisiko?

Die USA hatten Huawei im Mai auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Trump begründete seine Schritte mit Sicherheitsbedenken gegen Technik aus China. Da die Vorwürfe bislang nicht konkret belegt wurden, sehen viele Experten die Sanktionen im Kontext des Handelskonflikts zwischen den USA und China. Die chinesische Regierung sieht das US-Vorgehen als "wirtschaftliche Schikane". Huawei wehrt sich juristisch gegen die Maßnahmen.

China Shenzhen Ren Zhengfei (picture-alliance/AP Photo/V. Yu)

Huawei-Chef Ren Zhengfei

Trump hatte US-Unternehmen per Dekret die Nutzung von Telekommunikationstechnik untersagt, die als Sicherheitsrisiko eingestuft wird. Huawei gilt hier als Hauptziel. Daraufhin schränkten mehrere Unternehmen ihre Zusammenarbeit mit dem chinesischen Telekommunikationsausrüster ein. Die US-Maßnahmen erschweren für Huawei auch den Zugang zum Google-System Android. Die Chinesen hatten deshalb angekündigt, ein eigenes Betriebssystem für Smartphones auf den Weg bringen zu wollen. Allein die Verkäufe seiner Mobiltelefone seien in diesem Jahr um 40 Prozent eingebrochen, sagte der Huawei-Chef am Montag.

Huawei ist auch in Europa wichtig für den Ausbau des neuen 5G-Standards für die mobile Datenübertragung. Die US-Regierung hat Deutschland und andere westliche Regierungen mehrfach aufgefordert, Huawei wegen Spionageverdachts vom 5G-Ausbau auszuschließen. Australien hatte daraufhin Huawei beim Aufbau seines 5G-Netzes in die Schranken gewiesen und das mit Sicherheitsbedenken begründet. Die EU-Kommission ruft dagegen nicht zu einem Verzicht auf, und auch die Bundesregierung hat Huawei nicht vom 5G-Ausbau in Deutschland ausgeschlossen.

China Huawei 5G Netz (picture-alliance/dpa/Z. Min)

Werbetafel in Peking

Der britische Nationale Sicherheitsrat beschloss im April, das chinesische Unternehmen für alle Kernbereiche des 5G-Netzwerks zu sperren, jedoch eingeschränkten Zugang zu weniger wichtigen Bereichen zu gewähren. Das letzte Wort liegt bei der Regierung in London.

Huawei gibt sich optimistisch

Huawei werde in ein paar Jahren gestärkt aus seinen Schwierigkeiten hervorgehen, mutmaßte Gründer Ren Zhengfei am Montag: "Ich denke, wir können auf keinen Fall zu Tode geprügelt werden." Allerdings würden wohl beide Seiten in dem Handelskonflikt Schaden nehmen. "Keiner wird gewinnen", so Ren Zhengfei.

ar (rtr, ap, afp, dpa)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema