Hongkongs Polizei zieht von Uni-Campus ab | Aktuell Welt | DW | 29.11.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Demokratiebewegung

Hongkongs Polizei zieht von Uni-Campus ab

Nach fast zweiwöchiger Belagerung hat sich die Polizei in Hongkong vom Campus der Polytechnischen Universität zurückgezogen. Das Gelände war zuletzt Schauplatz harter Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten.

Nach Medienangaben haben die Sicherheitskräfte die Absperrungen rund um das Gebäude entfernt und den umkämpften Universitätscampus verlassen. Seit dem Vortag hatten Hunderte Polizisten in dem verwüsteten Gebäudekomplex Beweismittel sichergestellt, in dem sich Demonstranten tagelang verschanzt hatten. Sie entfernten auch Tausende Brandsätze, Pfeile, Chemikalien und anderes gefährliches Material. Die Polizei erklärte, sie habe etwa 3000 Brandsätze und Hunderte Flaschen mit Beizmitteln gefunden.

Der Universität stehen nun große Aufräumarbeiten bevor. "Der Campus ist immer noch unsicher und wird weiterhin geschlossen sein", verkündete die Universität in einem Brief an Studenten.

Schauplatz schwerster Zusammenstöße

Der Campus hatte sich im Zuge der monatelangen Demokratie-Proteste zu einem der wichtigsten Schauplätze entwickelt. Am 17. November wurde die Polizei durch einen Hagel von Steinen und Molotow-Cocktails daran gehindert, die Barrikaden der Demonstranten zu durchbrechen. In der vergangenen Woche wurden dann etwa 1100 Menschen festgenommen, einige beim Versuch, aus der abgeriegelten Universität zu fliehen. 

Hongkong | Polizei beendet Belagerung von Campus (Reuters/L. Millis)

Polizei und Feuerwehrleute sammeln Brandsätze auf dem Uni-Gelände ein

Hongkonger Demokratieaktivisten kündigten in Online-Foren unterdessen neue Proteste für Sonntag sowie einen Streik am Montag an. An diesem Freitag gingen bereits mehrere Hundert Büroangestellte während ihrer Mittagspause zu Kundgebungen auf die Straße. Die Demonstrationen verliefen friedlich.

Keine Zugeständnisse an Demokratiebewegung 

Seit mehr als einer Woche hat es in der chinesischen Sonderverwaltungszone keine gewaltsamen Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei mehr gegeben. Bei den Kommunalwahlen am Sonntag hatte Hongkongs Demokratiebewegung einen überwältigenden Sieg verzeichnet. Ihre Kandidaten eroberten eine große Mehrheit der Sitze in den 18 Bezirksräten. Die Beteiligung an der Kommunalwahl war so hoch wie nie zuvor. Mittlerweile nimmt die Unzufriedenheit aber wieder zu, weil die pekingtreue Regierungschefin Carrie Lam der Demokratiebewegung weiter keine Zugeständnisse gemacht hat.

bri/jj (afp, rtr)

Die Redaktion empfiehlt