Honduras wählt neuen Präsidenten | Aktuell Amerika | DW | 28.11.2021
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Lateinamerika

Honduras wählt neuen Präsidenten

Überschattet von der katastrophalen Wirtschaftslage finden in Honduras Präsidenten- und Parlamentswahlen statt. Erstmals seit zwölf Jahren könnte sich die Opposition gegen die konservative Partido Nacional durchsetzen.

Präsidentschaftswahl in Honduras

Die Kandidatin Xiomara Castro bei einem Wahlkampfauftritt in Tegucigalpa

Die linksgerichtete Kandidatin Xiomara Castro von der Partei Libre hat Umfragen zufolge gute Chancen, die erste weibliche Staatschefin des mittelamerikanischen Landes zu werden. Sie ist die Ehefrau des Ex-Präsidenten Manuel Zelaya, der 2009 aus dem Amt geputscht wurde. Amtsinhaber Juan Orlando Hernández durfte nach zwei jeweils vier Jahre langen Amtszeiten in Folge nicht erneut kandidieren. Seine konservative Partei Partido Nacional schickt den Bürgermeister der Hauptstadt Tegucigalpa, Nasry Asfura, ins Rennen um das Präsidentenamt.

Hernández steht wegen seines repressiven Vorgehens gegen die Opposition in der Kritik. Ihm wird zudem vorgeworfen, mit der Drogenmafia zu kooperieren. In den USA ermitteln die Behörden gegen ihn wegen Drogenhandels. Sein Bruder wurde vor wenigen Monaten in den Vereinigten Staaten wegen großangelegten Drogenhandels zu lebenslanger Haft verurteilt.

Präsidentschaftswahl in Honduras Nasry Asfura

Er soll für die Konservativen die Kastanien aus dem Feuer holen: Kandidat Nasry Asfura

Nach der knappen Wiederwahl von Hernández im Jahr 2017 hatte die Opposition der Regierung Wahlfälschung vorgeworfen. Auch internationale Beobachter stellten Unregelmäßigkeiten fest. Es kam zu Protesten und Ausschreitungen, bei denen mehr als 30 Menschen getötet wurden.

Im Würgegriff der Gewalt

Über die Hälfte der 10 Millionen Einwohner von Honduras lebt unter der Armutsgrenze. Das lateinamerikanische Land leidet zudem unter anhaltender Bandengewalt. Honduras gilt als eines der gewalttätigsten Länder der Welt. In den vergangenen Jahren kam es zu einer massiven Auswanderungswelle in Richtung USA.

Vorwürfe der Korruption, der Verwicklung in den Drogenhandel und sogar Mordvorwürfe prägten den Wahlkampf der 13 Präsidentschaftskandidaten. Mindestens 31 Menschen wurden im diesjährigen Wahlkampf getötet, darunter mehrere Politiker.

Video ansehen 02:46

Wenig Kaufkraft, wenig Impfstoff: Zur Lage in Honduras (11.02.2021)

Parallel zur Präsidentenwahl wird auch über ein neues Parlament und Lokalverwaltungen abgestimmt. Die Wahllokale haben an diesem Sonntag von 14.00 bis 0.00 Uhr MEZ geöffnet.

kle/sti (afp, epd, dpa)

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