Hohe Haftstrafe für Briefbomber | Aktuell Amerika | DW | 06.08.2019
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USA

Hohe Haftstrafe für Briefbomber

Er hatte selbstgebaute Briefbomben an prominente Kritiker von US-Präsident Trump und Politiker der Demokraten geschickt. Dafür ist ein 57-Jähriger in New York jetzt zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

USA Briefbomben-Attentäter zu 20 Jahren Haft verurteilt (picture-alliance/dpa/M. Kenny)

Cesar Sayoc (M.) auf einer Gerichtszeichnung

Das Strafmaß legte Richter Jed Rakoff in New York fest, wie US-Medien berichteten. Er warf dem Beschuldigten Cesar Sayoc "schreckliche" Taten vor. Der 57-Jährige hatte im März ein Geständnis abgelegt. Er brach bei der Urteilsverkündung in Tränen aus. "Ich werde mich für den Rest meines Lebens bei den Opfern entschuldigen", sagte Sayoc vor Gericht.

Der Trump-Anhänger hatte im vergangenen Herbst 16 Briefe mit Sprengsätzen an prominente Demokraten und Kritiker des US-Präsidenten verschickt. Unter den Adressaten waren der frühere Präsident Barack Obama, Ex-Vizepräsident Joe Biden, die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, der Multimilliardär George Soros, der Schauspieler Robert De Niro und der Fernsehsender CNN. Keine der Bomben detonierte.

Die Briefbombenserie versetzte die USA kurz vor den Kongresswahlen im November 2018 in helle Aufregung. Sayoc wurde am 26. Oktober nach tagelanger Großfahndung im Bundesstaat Florida gefasst. Der mehrfach vorbestrafte Mann lebte in einem Lieferwagen voller Pro-Trump-Aufkleber.

Ähnliche Diskussion über Trump-Rhetorik wie heute 

Der Fall hatte in den USA zu einer Debatte geführt, ob US-Präsident Donald Trump mit seiner aggressiven Rhetorik Extremismus begünstigt - eine Diskussion, die jetzt nach zwei Schusswaffenattacken im texanischen El Paso und in Dayton im Bundesstaat Ohio neu entflammt ist. Viele Kritiker werfen Trump vor, den Boden für politische Gewalt zu bereiten.

Sayocs Anwälte hatten argumentiert, ihr Mandat sei geistig labil, von Trumps Rhetorik beeinflusst und wahrhaft "besessen" vom US-Präsidenten. Eine Steroid-Abhängigkeit des früheren Bodybuilders habe seine Paranoia verstärkt. Der Richter wies diese Argumentation allerdings zurück.

gri/nob (afp, dpa)

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