Hoffnung trotz Exporteinbruch | Wirtschaft | DW | 09.07.2020
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Außenhandel

Hoffnung trotz Exporteinbruch

Wegen der Corona-Pandemie exportieren deutsche Firmen viel weniger als früher. Der Einbruch hat sich auch im Mai fortgesetzt, wie neue Zahlen zeigen. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer.

Deutsche Firmen haben im Mai Waren im Wert von 80,3 Milliarden Euro ins Ausland geliefert, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren rund 30 Prozent weniger als im Mai des Vorjahres.

Grund für den starken Rückgang ist die Corona-Pandemie, die vielen wichtigen Handelspartnern Deutschlands auch im Mai stark zugesetzt hat.

"Die Ausfuhren in die USA lagen mehr als 36 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bei Großbritannien waren es sogar fast 47 Prozent", sagte Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der Finanzgruppe Union Investment. "Eine schnelle Erholung wird es nicht geben, da nicht alle wichtigen Wirtschaftsregionen gleichzeitig und gleich stark aus der Corona-Krise herauskommen."

Gleichzeitig hat Deutschland im Mai auch deutlich weniger aus dem Ausland eingekauft als vor einem Jahr. Das Minus lag hier bei rund 22 Prozent, der Wert der Einfuhren bei 73,2 Milliarden Euro.

Licht am Ende des Tunnels?

Trotzdem finden einige Konjunkturforscher in den Zahlen Grund zur Hoffnung. Der wird deutlich, wenn man die Entwicklung nicht mit dem Vorjahresmonat Mai 2019 vergleicht, sondern mit dem direkt vorangegangenen Monat April 2020.

So gesehen, sind die Exporte um neun Prozent gestiegen, die Importe um fast vier Prozent. Auch wenn hier viele Volkswirte mehr erwartet haben, ist zumindest der Abwärtstrend erstmals seit Beginn der Pandemie unterbrochen. Im März und April waren die Werte im Vergleich zu den Vormonaten dramatisch eingebrochen.

"Gemessen am Zahlenwerk ist es eine gute Woche für die Industrie. Die Auftragseingänge, die Industrieproduktion und heute die Exporte - alles im Plus", sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der liechtensteinischen VP Bank. "Die Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen im In- und Ausland machen sich nun positiv im Außenhandel bemerkbar."

Allerdings glaubt Gitzel, dass die Kapazitäten der Produktion noch eine ganze Weile unausgelastet bleiben werden. "Das Echo der Corona-Pandemie wird für die Exportwirtschaft noch lange zu hören sein."

Wegen der Pandemie steht die Weltwirtschaft vor einer tiefen Rezession. Die globale Wirtschaftsleistung wird in diesem Jahr um bis zu 8,7 Prozent schrumpfen, schätzt die Industrieländerorganisation OECD. Für die Europäische Union erwartet die EU-Kommission ein Minus von 8,3 Prozent, für Deutschland ein Minus von 6,3 Prozent.

bea/gri (dpa, reuters, afp)

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