Hoffnung kommt von hüpfen | Deutschland | DW | 16.03.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

Deutschland

Hoffnung kommt von hüpfen

Hoffnung kommt von hüpfen" - singt der Liederpfarrer Bastian Basse. Singen, hüpfen, weinen, lachen - im Flüchtlingslager und auf der Kinderkrebsstation.

Verlier nie die Hoffnung

Verlier´ nie die Hoffnung.

Gib dich nicht auf.

Wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

Kalendersprüche?
 

„Hätte ich früher schon gewusst, was mein Leben mir bringt, es vorher gekannt
Hätt ich geschrien, gefleht, wäre davon gerannt
Die Welt entgleitet meiner Hand, ich steh am Rand eines Abgrunds
chancenlos, die Angst zu groß, gnadenlos“.

Texte und singt sie. Sie ist jung. Sie hat Krebs. Sie gehört zu der Musikband „fighting spirits“, übersetzt „kämpfende Geister“, an der Uni-Klinik Düsseldorf.

Jordanien: Seine Narben kommen vom Krieg. In sein Elternhaus ist eine Granate eingeschlagen. Hier im Zeltlager fallen wenigstens keine Bomben. Statt zu spielen geht Djamal Wasserholen. Eine Stunde braucht er für den Weg. Was mit seiner Mutter und seiner ältesten Schwester geschieht. Darüber schweigt er lieber. Seine drei Brüder sind noch in Syrien. Ob er sie je wiedersehen wird…?

Deutschland: Die Haare ausgefallen. Das Gift fließt in die Adern. Chemotherapie. Die anderen in der Schule – und sie: Vergessen?
 

„Das hab´ ich nicht erwartet; das hab´ ich nicht gedacht

Ich schau in ´ne dunkle, schwarze Nacht.
Die Welt wird klein, nur eine Bettenlänge groß,
kann nicht steuern, ich treibe bloß.
(…)

Ich spür das Gift, das mich retten soll,
es macht mich fertig - ich kotze alles voll.
Keine Haare, kein´ Bock, kein Land in Sicht
…Mist, verdammt – die Hoffnung kennt mich nicht.“

Deutschland: Eines Tages steht die Hoffnung vor der Tür. Sie bringt Perlen mit. Mut-Perlen Für eine ganz persönliche Perlenkette. Eine Kette, die hilft, die Krankenhauszeit zu dokumentieren, die zeigt: Es gibt Gutes im Schlechten. Da gibt es die Geburtstagsperle oder die für die guten Tage. Und ganz zu Beginn der Kette: Ein Hoffnungsanker. Denn: „Wir brauchen Hoffnung“, sagt Katja Nowak, „das ist eine schwere Erkrankung, das ist eine schreckliche Zeit. Und sie geht in den meisten Fällen gut aus, aber man weiß es nicht. Und deswegen braucht man diese Hoffnung, die einen dadurch trägt.“ Katja Nowak hat selbst einen Sohn an Krebs verloren und verteilt nun auf der Kinderkrebsstation in der Düsseldorfer Uni-Klinik Mut-Perlen.

Jordanien: Nach vielen Jahren Zeltlager steht die Hoffnung vor der Tür. Djamals Familie lebt jetzt in einem kleinen Haus. Das Zeltlager ist zu einer Stadt geworden. Es gibt fließendes Wasser, eine Schule. Und Zeit, zu spielen. Sogar einen Spielplatz und einen Sportplatz. Als Djamal mit seinen kleinen Schwestern herkommt, fangen sie sofort an zu spielen. „Wir sind herumgehüpft. Wir waren ganz aus dem Häuschen", sagt ein Mädchen. Sogar für Kinder mit Behinderungen sind hier Spielgeräte. Viele lieben die Schaukel und das Trampolin. „Und wenn du hinfällst, ist jemand da und hilft dir."

Die Hoffnung steht vor der Tür. „Hoffnung kommt von Hüpfen“ sagt der Liederpfarrer Bastian Basse und macht Kindern mit seinen Mitmachliedern Mut. So wie Ergotherapeut und Musiker Frank Gottschalk, der vor vielen Jahren die „figthing spirits“, die kämpfenden Geister, an der Uni-Klinik Düsseldorf gegründet hat: eine Musikband aus lebensbedrohlich erkrankten Kindern und Jugendlichen, ihren Geschwistern und Freunden. Gemeinsam mit wenigen Profis komponieren sie und schreiben Texte, machen Musik vor vielen hundert Konzertgästen. In ihrem Probenraum steht eine Lampe mit Aufschrift: Gib dich nicht auf.

„Bald reißt der Himmel auf, dort scheint ein Stern für Dich
und er blickt hinab und gibt dir die Kraft Unmögliches zu überstehn
ich lass dich nicht mehr los, ich bin ein Teil von dir
denn das ist das Leben, es kann alles geben, komm kämpf dafür, komm kämpf dafür“

Trotz allem - etwas Positives erwarten

Hoffnung ist: etwas Positives zu erwarten, auch wenn ich nicht weiß, ob das so sein wird. Allen Widerständen zum Trotz. Diesen Hoffnungsanker, diesen Trotz und diesen Mut braucht es gegen die Verzweiflung und gegen die Gefahr, dass ich mich - dass wir uns - aufgeben. Es braucht den Glauben, dass Gott ein Gott der Hoffnung ist und die Welt tatsächlich besser werden kann. All das kann ich von Gott erbitten. Sein Geist kann in mir den Hoffnungsfunken entzünden. Hüpfend – auf beiden Beinen oder beim Singen oder beim Spielen – will ich diesen Geist rufen und warten bis mein Herz vor Freude singt.