Hochrechnung zur Bundestagswahl: SPD liegt knapp in Führung | Aktuell Deutschland | DW | 26.09.2021
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Bundestagswahl

Hochrechnung zur Bundestagswahl: SPD liegt knapp in Führung

Die SPD wird nach einer Hochrechnung zur Bundestagswahl mit 25,9 Prozent der Stimmen stärkste Kraft. Die Union kommt demnach auf 24,1 Prozent. Die Grünen folgen mit 14,7 Prozent.

Bundestagswahl 2021 | Wahlparty der SPD

Der SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz freut sich über den Stimmenzuwachs

Nach der jüngsten Hochrechnung von infratest dimap erreichten die FDP 11,5 und die AfD 10,4 Prozent. Die Linke kommt demnach auf 5,0 Prozent. Laut dieser Hochrechnung stellt die SPD 205 Mandate und die Union 194. Die Grünen entsenden 117 Abgeordnete und die FDP kommt auf 91, während die AfD 82 und die Linke 40 Abgeordnete im Parlament stellt. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), als Partei nationaler Minderheiten von der Fünf-Prozent-Hürde befreit, kann voraussichtlich einen Abgeordneten in den Bundestag schicken.

Die Union stürzte nach 16 Jahren Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel auf ein Rekordtief, liegt aber bisher nur knapp hinter der SPD. Die Sozialdemokraten gehen der Hochrechnung zufolge erstmals seit 2002 wieder als stärkste Kraft aus einer Bundestagswahl hervor.

Die Mehrheitsverhältnisse im Parlament ändern sich damit deutlich, die konkrete Sitzverteilung hängt aber unter anderem davon ab, ob es die Linke ins Parlament schafft. Damit zeichnet sich eine komplizierte Regierungsbildung ab. Einzig denkbares Zweierbündnis wäre eine neue große Koalition, die aber weder SPD noch Union wollen. Deshalb dürfte es voraussichtlich zum ersten Mal ein Dreierbündnis im Bund geben. Rechnerisch sind mehrere Konstellationen möglich, entscheidend dürfte es dabei auf Grüne und FDP ankommen. 

Inzwischen betrat Olaf Scholz die Bühne in der SPD-Parteizentrale, wie die DW-Korrespondentin Katharina Kroll berichtet. 

Trotz der Stimmeneinbußen gab sich der Unions-Spitzenkandidat Armin Laschet kämpferisch, wie der DW-Korrespondent Christroph Strack meldet. 

Die rund 60,4 Millionen Wahlberechtigten in Deutschland hatten bis 18.00 Uhr MESZ Zeit, ihre Stimme abzugeben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trat nach 16 Jahren im Amt nicht zur Wiederwahl an.

Insgesamt stellten sich 47 Parteien zur Wahl. Jeder Wahlberechtigte hatte zwei Stimmen. In 299 Bundestagswahlkreisen im ganzen Land konnte jeweils ein Direktkandidat mit der Erststimme gewählt werden. Die Zweitstimme entscheidet über das Gewicht der einzelnen Parteien im Bundestag.

Die Wahlbeteiligung gab infratest dimap mit 76 Prozent an, etwa in der gleichen Größenordnung wie vor vier Jahren. Im Vergleich zu früheren Jahren wird diesmal, auch wegen der Corona-Pandemie, mit einem deutlich höheren Briefwähleranteil gerechnet.

gri/kle (infratest dimap, dpa, afp)

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