Hilfe für Analphabeten | Deutschlehrer-Info | DW | 10.09.2015
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Deutschlehrer-Info

Hilfe für Analphabeten

Am Weltalphabetisierungstag hat das Bundesbildungsministerium eine stärkere Unterstützung von Erwachsenen, die lesen und schreiben lernen wollen, angekündigt. Gefördert werden soll auch eine App zum Deutschlernen.

Wohin fährt der nächste Bus und was steht in der Post vom Amt? Wie lautet die Schlagzeile der Tageszeitung und vor allem: Was steht darunter? 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland können diese Fragen nicht oder nicht genau Wohin fährt der nächste Bus und was steht in der Post vom Amt? Wie lauten die Schlagzeilen im Internet oder in der Tageszeitung und vor allem: Was steht darunter? 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland können nach einer Studie der Universität Hamburg aus dem Jahr 2011 diese Fragen nicht oder nicht genau beantworten. Sie sind sogenannte funktionale Analphabeten: Menschen, deren individuelle Kenntnisse der Schriftsprache nicht ausreichen, um diese für sich im Alltag zu nutzen. Dazu gehören auch viele Muttersprachler, die trotz Schulbildung nicht richtig lesen und schreiben können.

Bund und Länder wollen aus diesem Grund in den nächsten zehn Jahren die Lese- und Schreibfähigkeiten von Erwachsenen in Deutschland verbessern und verstärkt Alphabetisierungsprojekte fördern. Das verkündete Bundesbildungsministerin Johanna Wanka am 08. September in Berlin aus Anlass des UNESCO-Weltalphabetisierungstages. Für eine Ausweitung der Angebote plant das Bildungsministerium, bis zum Jahr 2025 zusätzliche 180 Millionen bereitzustellen.

Ziel sei, dass mehr Menschen den Mut fänden, auch in späteren Lebensphasen ihre Fähigkeiten im Lesen und Schreiben zu verbessern, sagte Wanka. Sie betonte, dass die geförderten Programme auch für Flüchtlinge offenstehen.

Speziell für Flüchtlingskinder weitet das Bundesbildungsministerium sein Programm „Lesestart“ aus. Ab März 2016 sollen alle geflüchteten Kinder bis fünf Jahre in Erstaufnahmeeinrichtungen ein spezielles Lesestart-Set mit einem kindgerechten Buch erhalten. Den Einrichtungen wird den Angaben zufolge eine Lese- und Medienbox zur Verfügung gestellt. Unterstützt wird auch das Engagement von Vorlesepaten. Außerdem plant das Bundesbildungsministerium, die Entwicklung einer App zum Deutschlernen zu fördern. Denn Flüchtlinge würden häufig Smartphones nutzen, die auch als potenzielles Lernmedium dienen können.

ip/mk (dpa)

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