Hellmuth Karasek feiert 80. Geburtstag | Aktuell Kultur | DW | 03.01.2014
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Aktuell Kultur

Hellmuth Karasek feiert 80. Geburtstag

Er prägte neben Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki die legendäre Fernsehsendung "Das literarische Quartett". Jetzt feiert der Kritiker und Autor Hellmuth Karasek seinen 80. Geburtstag.

Von 1988 bis 2001 war Karasek neben Reich-Ranicki ein fester Bestandteil der Literatursendung und besprach Bücher. Die mitunter sehr leidenschaftlichen Auseinandersetzungen in der Sendung machten den Journalisten beim deutschen Publikum bekannt. Das Fernsehen habe sein Leben am meisten verändert, so Karasek. Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, der im September 2013 gestorben ist, sei ihm ein wahrer Freund gewesen.

1998: Roman "Das Magazin" veröffentlicht

Die Kritiker des Literarischen Quartett (1991, v. l.): Sigrid Löffler, Hellmuth Karasek, Ulrich Greiner und Marcel Reich-Ranicki (Foto: picture-alliance/dpa)

Die Kritiker des "Literarischen Quartett" (1991): Sigrid Löffler, Hellmuth Karasek, Ulrich Greiner und Marcel Reich-Ranicki (v. l.)

Als Redakteur arbeitete Karasek, der am 4. Januar 1934 im mährischen Brünn geboren wurde, unter anderen für die renommierte Wochenzeitung "Die Zeit" und für das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", dessen Kulturressort er viele Jahre leitete. 1998 veröffentlichte der Autor den Roman "Das Magazin", in dem er über das redaktionelle Leben in einem Hamburger Nachrichtenmagazins mit seinen Intrigen schrieb. Damit sorgte er für einiges Aufsehen, weil die Vermutung nahe lag, dass er sich auf das echte Leben bezog.

Während seiner Arbeit als Autor und Journalist traf Karasek unter anderem Hollywood-Regisseur Billy Wilder, dessen Biografie er geschrieben hat, und dessen Regie-Kollegen Woody Allen. Auch mit Film-Diva Marlene Dietrich sprach Karasek.

Nach dem Abitur in die Bundesrepublik

Während des Zweiten Weltkrieges gehörte Karasek der nationalsozialistischen Hitlerjugend an und besuchte kurzzeitig eine Nazi-Eliteschule (Napola). Kurz vor Ende des Krieges floh die Familie vor der russischen Roten Armee nach Bernburg/Saale. 1952 siedelte Karaseck aus der damaligen DDR nach Westdeutschland über. "Ich habe in zwei Diktaturen gelebt. Die erste habe ich gemocht und erst später gemerkt, dass das ein Schweineregime war. Die zweite habe ich von Anfang an gehasst", sagte er in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 1960 begann Karasek seine journalistische Karriere in Stuttgart. Derzeit arbeitet er an seinem neuen Buch.

kap/jb (dpa/Munziger-Archiv)

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