Heidenheims Beinahe-Sensation in München | Sport | DW | 03.04.2019
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Packendes Duell in München

Heidenheims Beinahe-Sensation in München

In einem verrückten Pokalspiel muss der FC Bayern gegen Zweitligist Heidenheim zittern. Eigentlich sind die Außenseiter schon besiegt, doch dann dreht einer auf, vor dem Mats Hummels schon vor dem Spiel gewarnt hatte.

Mats Hummels hatte es vorher schon gewusst: Gegenüber dem Fußball-Fachmagazin "Kicker" sprach der Bayern-Innenverteidiger vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den 1. FC Heidenheim über die Qualitäten des Gegners. "Sie sind spielerisch gut", lobte Hummels den Zweitligisten und geriet fast ins Schwärmen: Vorne spiele der "legendäre Schnatterer", und dessen Sturmpartner Robert Glatzel bringe eine "eine gewisse Kopfballwucht" ein. Es dauerte noch nicht einmal 45 Minuten, da hatte die beiden von Hummels Gelobten ihren Laudator bereits mehr als bestätigt.

Glatzel trifft dreimal

Nach einer guten Viertelstunde gab es zunächst nur einen Warnschuss: "Legende" Marc Schnatterer zimmerte einen seiner gefürchteten Freistöße an die Querlatte. Dann brachte Glatzel nach Schnatterer-Flanke von rechts seine "gewisse Kopfballwucht" ein und erzielte das 1:1 (27. Minute). Goretzka hatte zuvor standesgemäß für die Bayern getroffen (12.). Wenig später schloss der "legendäre Schnatterer" einen Konter der Heidenheimer perfekt ins lange Eck ab (39.). Der 33-Jährige spielt seit 2008 für die Heidenheimer, hat mittlerweile 388 Pflichtspiele für den FCH bestritten, dabei 118 Tore geschossen und 115 Vorlagen gegeben. Er hat sich seinen Legendenstatus somit redlich verdient - nicht nur in den Augen von Mats Hummels.

Diesmal drehte er das Spiel, Heidenheim feierte, die Bayern, die noch dazu eine ebenso frühe wie umstrittene Rote Karte gegen Niklas Süle hatten hinnehmen müssen (15.), guckten dumm aus der Wäsche.

DFB Pokal - Bayern München - 1. FC Heidenheim | Torjubel (1:2) (picture-alliance/dpa/M. Balk)

Kniefall vor der eigenen Leistung: Marc Schnatterer (l.) trifft zum zwischenzeitlichen 2:1 für den Außenseiter

Ein Zustand, der sich nach kurzem Zwischenhoch gegen Ende der zweiten Halbzeit erneut einstellen sollte. Thomas Müller (53.), Robert Lewandowski (56.) und Serge Gnabry (66.) hatten die Partie innerhalb von nur 13 Minuten standesgemäß gedreht und die Ergebnistafel auf 4:2 gestellt. Doch dann brachte Glatzel nicht nur eine "gewisse Kopfballwucht", sondern auch eine gewisse Fußfertigkeit ein: Der 25-Jährige traf zunächst bei einem Konter in Schnatterer-Manier ins lange Eck und übernahm danach auch noch den Job der "Legende", die mittlerweile ausgewechselt worden war. Er führte erfolgreich einen berechtigten Foulelfmeter aus und erzielte das 4:4 (77.). 

Lewandowski rettet die Bayern 

Der Kopf von Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der wohl nur wenige Dinge mehr hasst, als gegen unterklassige Gegner im DFB-Pokal auszuscheiden und die Chance auf einen Titel zu verpassen, färbte sich bereits ein wenig ins Ungesunde, da brachte Bayerns Torjäger doch noch Linderung in Hoeneß' Herz-Kreislaufsystem: Nach einem unglücklichen Handspiel von FCH-Verteidiger Marnon Busch verwandelte Lewandowski den fälligen Strafstoß, sorgte so für den 5:4-Endstand (84.) und brachte die Bayern ins Pokal-Halbfinale. 

Standesgemäß? In Anbetracht der höchst unterschiedlichen Voraussetzungen der beiden Vereine schon, aber nach diesem Spielverlauf aus Bayern-Sicht durchaus auch glücklich.

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