Hartes Urteil in Brasiliens Petrobras-Affäre | Aktuell Amerika | DW | 22.09.2015
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Amerika

Hartes Urteil in Brasiliens Petrobras-Affäre

Im Korruptionsskandal um den brasilianischen Ölkonzern Petrobras hat ein Gericht langjährige Haftstrafen gegen mehrere Spitzenfunktionäre verhängt.

Im Korruptionsskandal um den brasilianischen Ölkonzern Petrobras ist der frühere Schatzmeister der regierenden Arbeiterpartei, João Vaccari (Artikelbild), zu mehr als 15 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Brasília befand Vaccari der Korruption, Geldwäsche und Verschwörung für schuldig.

Der Politiker, der bis April als Schatzmeister im Amt war, erhielt demnach Bestechungsgelder in Höhe von 4,26 Millionen Real (954.000 Euro) von Geschäftspartnern des Staatskonzerns Petrobras und leitete sie an andere Mitglieder der Regierungspartei weiter. Das Geld sei in einer "besonders raffinierten" Weise gewaschen worden, hieß es in dem Urteil. Gegen Vaccari laufen noch zwei weitere Verfahren. Schon vor dem Urteil war er in Untersuchungshaft genommen worden. Ebenfalls wurde der frühere Petrobras-Manager Renato Duque wegen der Annahme von Bestechungsgeldern verurteilt. Er muss für 20 Jahre und acht Monate ins Gefängnis.

Unwissende Aufsichtsrätin Rousseff

Brasilien wird seit Ende vergangenen Jahres durch den Korruptionsskandal um den Ölkonzern Petrobras erschüttert. Mehrere Unternehmer sowie 13 Senatoren und 22 Abgeordnete werden verdächtigt, darin verwickelt zu sein. Präsidentin Dilma Rousseff, die in den Jahren 2003 bis 2010 dem Petrobras-Aufsichtsrat vorstand, geriet ebenfalls unter Druck. Ihre Wahlkampfkonten wurden unter die Lupe genommen, doch Rousseff versicherte, dass sie nie illegal Gelder erhalten habe.

Rousseffs Arbeiterpartei soll umgerechnet bis zu 177 Millionen Euro an Schmiergeldern von dem Staatskonzern bekommen haben. Petrobras wurde durch die Betrügereien in den Jahren 2004 bis 2014 nach eigenen Angaben um rund zwei Milliarden Dollar (1,77 Milliarden Euro) geprellt.

pab/jj (afp, dpa)