Happy Birthday Alice Cooper - der König des Schock-Rocks wird 70 | Kultur | DW | 04.02.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Happy Birthday Alice Cooper - der König des Schock-Rocks wird 70

Alice Cooper ist der Altmeister des Horror-Rocks. Er performt seit fast 50 Jahren eine opulente und blutrünstige Bühnenshow, die längst Rock'n'Roll-Geschichte ist. Die Idee dazu lieferte ein bedauernswertes Huhn.

Wenn Marilyn Manson mit grässlichen Fratzen über die Bühne läuft oder der Sänger der Death Metal Band "Bloodbath" blutüberströmt ins Mikrofon brüllt, dann sind das keine neuen Erfindungen. Das hat Alice Cooper schon vor einem guten halben Jahrhundert gemacht. Dass das damals nicht so locker hingenommen wurde wie heute, liegt auf der Hand. Zumal es sich bei dem Teufel, der da oben auf der Bühne sein Unwesen trieb, um den Sohn eines Pastors handelte.

Vincent Damien Furnier wurde am 4. Februar 1948 in Detroit, Michigan geboren. Über seine Kindheit ist nicht viel bekannt, wahrscheinlch war sie genau so normal wie überall in den USA der Nachkriegszeit. Was dagegen sicher ist: Vincent war ein religiöses Kind. Mit 13 Jahren erlebte er, wie sein Vater zum Pfarrer geweiht wurde, was in ihm tiefste Bewunderung auslöste. Er ging nicht nur als Pfarrerssohn, sondern aus Überzeugung oft und gerne in die Kirche und tut es bis heute. Und er hat sogar eine kirchliche Stiftung gegründet: Mit der Solid Rock Foundation engagiert sich Cooper in der christlichen Kinder- und Jugendarbeit.

Oma oder Hexe?

Nichtsdestrotz war Vincent ein Jugendlicher, der sich mitten in der Flower Power-Zeit der Musik zuwandte - und dabei zeigen wollte, dass ihm die "Love-Generation" auf die Nerven ging. Während Jimi Hendrix und Janis Joplin zu Symbolfiguren der Hippie-Bewegung wurden, kratzte Vincent mit verschiedenen Bands im Bodensatz des Rock'n'Roll herum, spielte regelmäßig Clubs leer und landete schließlich in Los Angeles. Dort trafen sie auf den Musiker Frank Zappa. Der fand Gefallen an dieser lustigen Band, die sich "The Spiders" nannte und sich keinen Deut um den damals angesagten Mainstream kümmerte. Zappa, der sowas liebte, nahm die Jungs unter Vertrag. Die Band nannte sich fortan Alice Cooper, weil sie es angeblich witzig fand, sich einen Namen zu geben, der nach der netten Oma von nebenan klang. Eine andere Legende sagt, "Alice Cooper" sei der Name einer im 17. Jahrhundert in England verbrannten Hexe. 

Inspiriert vom traurigen Schicksal eines Huhns 

Als "Alice Cooper" konnte die Band tatsächlich ihre ersten Erfolge verbuchen. Bei einem Konzert in Toronto 1969 entstand dann die Idee zu der Bühnenshow, die Alice Cooper bis heute zeigt. Aus dem Publikum flog ein lebendiges Huhn auf die Bühne. Sänger Alice warf es zurück mit den Worten: "Das ist ein Vogel, dann kann er auch fliegen". Dummerweise war das Publikum nicht so freundlich zu dem Huhn. Es wurde in der Menge zerfetzt. So traurig der Vorfall war, er inspirierte die Musiker dazu, die Welt in Zukunft mit Blut, Horror und anderem schaurigen Firlefanz zu erschrecken.

Alice Cooper mit einer Schlange im Mund. (picture-alliance/Jazz Archiv/Keutje)

Schlangen sind seine Spezialität

Als die Band sich nach ihren ersten Erfolgen auflöste, beanspruchte Vincent den Namen Alice Cooper für sich als Solokünstler und schaffte es schließlich auch, sich den Namen in seinen Pass eintragen zu lassen.

Das Monster gibt's nur auf der Bühne

Obwohl er viele Jahre lang Alkoholiker war, fiel er dem Sex & Drugs & Rock'n'Roll-Leben nicht zum Opfer. Das böse Monstrum existiert nur auf der Bühne. Alice ist ein treuer Ehemann unf Familienvater, hat mit Golfen ein Hobby, das so gar nicht zu einem Schock-Rocker passt, und geht immer noch jeden Sonntag in die Kirche.

In einem Interview mit einem evangelischen Online-Magazin erklärte er, warum er seine beiden Rollen so strikt voneinander trennt: "Jim Morrison, Jimi Hendrix oder Kurt Cobain sind gestorben, weil sie zu jeder Zeit wie ihr Bühnencharakter sein wollten. Dafür haben sie gesoffen und Drogen genommen. Als ich mit dem Saufen aufgehört habe, habe ich für mich entschieden: Ich will mit der Bühnenfigur Alice Cooper koexistieren. Ich will sie aber nicht ständig sein. Lass Alice auf der Bühne sein, wie er ist: Der arrogante, bösartige Typ. Wenn der Vorhang fällt, bin ich eine völlig andere Person als auf der Bühne."

Mehr über den "Paten des Shock-Rock" gibt's in der Bildergalerie.

Die Redaktion empfiehlt