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Hansi Flick bleibt Bundestrainer

8. Dezember 2022

Nach dem frühen WM-Aus in Katar stand auch der Bundestrainer zur Disposition. Nach einer Krisensitzung steht fest: Hansi Flick darf die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zur Heim-Europameisterschaft 2024 führen.

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Bundestrainer Hansi Flick schaut mit leichtem Lächeln
Bundestrainer Hansi FlickBild: Stefan Matzke/sampics/picture alliance

Nach einem zweieinhalbstündigen Gespräch mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf und dessen Vize Hans-Joachim Watzke, ist Hansi Flick weiterhin Bundestrainer. Flick hatte sich mit Neuendorf und Watzke getroffen, um eine erste Analyse der verpatzten Fußball-WM in Katar vorzulegen, die mit dem neuerlichen Vorrunden-Aus des DFB-Teams geendet hatte. Das Treffen fand in einem Luxushotel vor den Toren von Frankfurt am Main statt. Am späten Nachmittag verließ Flick den Tagungsort im Auto, ohne sich über die Inhalte der Runde mit der DFB-Spitze zu äußern.

Erst 85 Minuten nach Flicks Abfahrt vermeldete der DFB das entscheidende Ergebnis der Krisensitzung nach dem WM-Aus: Die DFB-Spitze vertraut weiter auf Flick, der nach dem Fehlschlag bei seinem ersten Turnier nun bei der Heim-EM 2024 liefern soll. "Wir sind gemeinsam der Überzeugung, dass die Europameisterschaft im eigenen Land eine große Chance für den Fußball in Deutschland darstellt. Unser Ziel ist es, dieses Turnier sportlich erfolgreich zu gestalten. Wir haben volles Vertrauen in Hansi Flick, dass er diese Herausforderung gemeinsam mit seinem Team meistern wird", erklärte Neuendorf. Das heißt: Auch Flicks Trainerstab darf seine Arbeit fortsetzen.

Nachdem am Montagabend DFB-Teammanager Oliver Bierhoff zurückgetreten war, hatte sich Flick enttäuscht gezeigt und es klang zwischen den Zeilen durch, dass er möglicherweise nicht in jeder personellen Konstellation bereit sein könnte, seine Arbeit als Bundestrainer fortzusetzen. DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke sprach auf einer Pressekonferenz der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Donnerstag von einer "wirklich guten Atmosphäre" und einem "sehr guten Gespräch". Alle Beteiligten seien sich beim Treffen tags zuvor einig gewesen, "an einem Strang zu ziehen", eine Trennung von Flick habe "überhaupt nicht zur Diskussion" gestanden. "Es ging einfach darum, intern zu analysieren, was war gut und was war schlecht", sagte Watzke und betonte: "Es war nicht alles schlecht, wenn du die ganzen Daten mal auswertest, aber am Ende war es auch nicht gut genug."

Konsequente Entscheidungen

In der Mannschaft und im Verband, aber auch in der kritischen Öffentlichkeit hat Flick nach wie vor viele Fürsprecher. Sein Freund Lothar Matthäus setzte sich ebenso für ihn ein wie Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann. "Ich hoffe, dass er bleibt", sagte auch Abwehrchef Antonio Rüdiger. Zudem gab es kaum Alternativen zu Flick.

Hansi Flick bei Ansprache an seine Spieler im Training
Mit seinen Nationalspielern pflegt Hansi Flick ein gutes und vertrauensvolles VerhältnisBild: Federico Gambarini/dpa/picture alliance

Allerdings hatte der 57-Jährige in der Vergangenheit schon häufiger bewiesen, dass er auch vor einem radikalen Schritt nicht zurückschreckt, wenn er das für ihn sehr wichtige Vertrauen in seine Umgebung verloren hat. Ob als DFB-Sportdirektor, als Geschäftsführer in Hoffenheim oder vom Streit mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic zermürbter Bayern-Coach - Flick entschied sich jeweils, laufende Verträge lieber sofort zu beenden, als ohne hundertprozentiges Vertrauen weiterzumachen.

Neue Funktionen, viele Namen

Die Verbandsspitze muss in den nächsten Tagen viele Entscheidungen darüber treffen, ob und wie die Funktionen im Umfeld der Nationalmannschaft künftig zugeschnitten und verteilt werden. Es werden bereits einige Kandidaten für die Nachfolge von Bierhoff gehandelt, allerdings hat bislang noch keiner von ihnen die klare Bereitschaft bekundet, eine leitende Position übernehmen zu wollen.

asz/dvo/rb (SID, dpa)