Handelsstreit, nächste Runde | Aktuell Welt | DW | 23.08.2019
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Strafzölle

Handelsstreit, nächste Runde

Nachdem die USA neue Zölle auf chinesische Güter angekündigt hatten, reagiert nun Peking: In zwei Schritten werden ab September US-Waren im Wert von 75 Milliarden US-Dollar mit zusätzlichen Zöllen belegt.

Flaggen USA China (Getty Images/AFP/G. Baker )

Bereits seit einem Jahr liegen die USA und China im Streit (Archivbild)

Peking hat im Streit mit den USA Strafzölle auf Waren im Wert von 75 Milliarden US-Dollar angekündigt. Die Zölle sollen in zwei Schritten Anfang September und Mitte Dezember angehoben werden. So werde laut dem chinesischen Handelsministerium zum Beispiel auf Sojabohnen und Erdölimporte ab September ein Zusatzzoll von fünf Prozent erhoben. Andere Waren würden sogar mit zusätzlichen zehn Prozent besteuert. Außerdem sollen im Dezember Autozölle in Höhe von 25 Prozent wieder eingeführt werden. Die Börsen reagierten mit deutlichen Kursverlusten.

US-Präsident Donald Trump hatte bereits weitere Strafzölle von 10 Prozent auf chinesische Importe im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar angekündigt. Diese sollten ursprünglich von September an in Kraft treten. Washington verschob allerdings die Verteuerung zahlreicher Konsumgüter wie Smartphones, Laptops und Spielzeug überraschend bis zum 15. Dezember.

Ein wütender US-Präsident

So lange hatte China nicht warten wollen und bereits in der vergangenen Woche Gegenmaßnahmen angekündigt. Damals waren jedoch keine Einzelheiten genannt worden. Die zuletzt von den USA beschlossenen Zölle bezeichnete China als Verletzung der Absprachen zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping.

Trump reagiert erzürnt auf die Ankündigungen aus Peking. In einem Tweet hat er amerikanischen Konzernen die Rückkehr nach Hause befohlen. "Wir brauchen China nicht, und offen gesagt würde es uns ohne sie sehr viel besser gehen."

"Unseren großartigen amerikanischen Unternehmen wird hiermit befohlen, sofort nach einer Alternative zu China zu suchen." An die US-Unternehmen gerichtet erklärte Trump, sie sollten "ihre Firmen nach Hause holen und Ihre Produkte in den USA herstellen". Noch im Laufe des Tages will der US-Präsident auf die chinesischen Strafzölle antworten.

Zölle trotz "konstruktiver" Gespräche

Auf Arbeitsebene sprechen USA und China weiterhin über ein Handelsabkommen. Die US-Regierung bezeichnete die jüngste Gesprächsrunde sogar als "konstruktiv". Die Unterhändler hätten am Dienstag telefoniert und würden in den kommenden Tagen erneut miteinander sprechen, sagte Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow dem Nachrichtensender Fox Business. "Der Verlauf scheint positiv", sagte er.

Es bestehe weiter die Hoffnung, dass genügend Fortschritte erzielt würden, damit die chinesische Delegation bald für die nächste offizielle Verhandlungsrunde nach Washington kommen könne, so Kudlow. Diese Gespräche waren ursprünglich für Anfang September geplant gewesen, Kudlow nannte jedoch keinen Zeitraum. Die USA und China, die zwei größten Volkswirtschaften, befinden sich seit einem Jahr in einem zunehmend eskalierenden Handelsstreit.

rku/rb (dpa, rtr, afp)

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