Hamas feuert weiter Raketen auf Israel | Aktuell Nahost | DW | 15.05.2021
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Kämpfe im Nahen Osten

Hamas feuert weiter Raketen auf Israel

Der seit Tagen eskalierende Konflikt zwischen Israel und der palästinensischen Hamas hat sich ausgeweitet. "Es ist noch nicht vorbei", sagte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Palästina-Israel Konflikt Gaza Streifen

Raketen der Hamas - abgefeuert aus dem Gazastreifen auf Israel - in der Nacht zum Samstag

Die israelische Armee verstärkte nach erneutem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen ihre Gegenangriffe auf das von der radikalislamischen Hamas kontrollierte palästinensische Gebiet. In der Nacht zum Samstag wurden durch das Bombardement der israelischen Luftwaffe in Gaza-Stadt mehrere Häuser zerstört oder schwer beschädigt. "Es ist noch nicht vorbei", hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach einer Sitzung im Verteidigungsministerium mit Blick auf die Hamas gesagt. Er deutete eine mögliche nochmalige Verstärkung der israelischen Vergeltungsangriffe auf den andauernden Raketenbeschuss Israels durch die Hamas an. "Ich habe gesagt, wir werden die Hamas und die anderen Terrororganisationen sehr hart schlagen. Und genau das tun wir", sagte Netanjahu laut einer Mitteilung seines Büros.

Gaza Krankenhaus Trauer Opfer Luftangriffe

Menschen trauern im Al-Shifa Krankenhaus im Gaza-Streifen um ihre durch israelische Raketen getöteten Angehörigen

Kein Anzeichen auf Ende der Gewalt

Bei einem israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen sind nach Angaben von Ärzten am frühen Samstagmorgen zehn Mitglieder einer Familie getötet worden. Unter den Toten seien acht Kinder und zwei Frauen, teilten die Ärzte in dem Palästinensergebiet mit. Der Luftangriff erfolgte den Angaben zufolge im Westen des Gazastreifens. Demnach stürzte ein dreistöckiges Gebäude im Flüchtlingslager Al-Schati ein. 

Auch militante Palästinenser im Gazastreifen setzten ihre Raketenangriffe auf israelische Städte fort. In der Wüstenstadt Beerscheva im Süden Israels sowie in Grenzorten zum Gazastreifen heulten am Morgen die Warnsirenen, wie das israelische Militär mitteilte. 

Raketen aus auch dem Libanon und Syrien

Nach Angaben der israelischen Armee wurden zudem aus dem Libanon drei Raketen in Richtung Israel abgefeuert, die jedoch ins Mittelmeer stürzten. Erstmals seit dem jüngsten Ausbruch des Konflikts zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas wurden zudem aus Syrien Raketen auf Israel abgeschossen. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte schlugen zwei dieser Raketen in unbewohnten Gebieten in Nordisrael ein. Eine dritte Rakete aus Syrien habe Israel gar nicht erreicht. Ob ein Zusammenhang zwischen den Raketenangriffen aus Syrien und der Zuspitzung des israelisch-palästinensischen Konflikts bestand, war zunächst unklar.

Palästina Israelischer Luftangriff auf Gaza

Israelischer Luftangriff auf Gaza-Stadt

Neben dem Gazastreifen und Israel selbst ist inzwischen auch das Westjordanland betroffen. In dem von Israel besetzten Gebiet kam es am Freitag zu den heftigsten Zusammenstößen seit 20 Jahren.

Im Gazastreifen setzte die israelische Armee am Freitag nach eigenen Angaben neben Kampfjets auch Panzer ein, um gegen ein Tunnel-Netz der Hamas vorzugehen. "Viele Kilometer" des Netzes seien beschädigt worden, teilte das Militär auf Twitter mit. Ein Armee-Sprecher stellte klar, dass sich keine israelischen Bodentruppen im Gazastreifen befänden.

Westjordanland West Bank | Nahostkonflikt | Demonstranten

Protest gegen Israel in Ramallah im Westjordanland

Seit Montagabend haben militante Hamas-Anhänger nach Angaben des israelischen Militärs mehr als 2000 Raketen auf Israel abgefeuert. Das Raketenabfangsystem "Iron Dome" fing davon nahezu 1000 ab. Das System erkennt mittels eines Radargeräts anfliegende Geschosse und startet eine Abfangrakete, um das feindliche Geschoss möglichst vor dem Einschlag noch in der Luft zu zerstören.

Die Sorge wächst

Die Eskalation hat international Furcht vor einem erneuten Krieg im Nahen Osten ausgelöst. In dem Konflikt starben seit Montag insgesamt - im Gazastreifen, dem Westjordanland und Israel - mindestens 135 Menschen, fast 1000 wurden verletzt. Die mit Abstand meisten Opfer waren Palästinenser.

Die US-Regierung schickte ihren Nahost-Gesandten in die Region. Hady Amr sei in Israel eingetroffen, teilte die dortige US-Botschaft mit. Am Sonntag soll der UN-Sicherheitsrat erneut über den Konflikt beraten. Zwei frühere Sitzungen des Gremiums dazu in dieser Woche endeten ohne gemeinsame Erklärung.

qu/gri/as (afp, rtr, ap)

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