″Hacemos Memoria″: Geschichte wird nicht vergessen | Lateinamerika | DW | 25.07.2018
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Lateinamerika

"Hacemos Memoria": Geschichte wird nicht vergessen

Der Friedensprozess mit der FARC-Guerilla spaltet Politik und Bürger in Kolumbien, denn die Wunden des Bürgerkriegs sind tief. Die DW Akademie unterstützt journalistische Projekte zur Aufarbeitung.

Schwierige Zeit der Versöhnung: Manche Angehörige von Opfern der Guerilla hadern sehr damit, dass die ehemaligen FARC durch den Friedensprozess als Abgeordnete und Senatoren im Parlament sitzen dürfen. (DW/M. Kopp)

Schwierige Zeit der Versöhnung: Manche Angehörige von Opfern der Guerilla hadern sehr damit, dass die ehemaligen FARC durch den Friedensprozess als Abgeordnete und Senatoren im Parlament sitzen dürfen.

Es braucht Mut und viel Arbeit, um die Wunden der Vergangenheit zu heilen. In Kolumbien herrschte über Jahrzehnte ein Bürgerkrieg. Seit 1964 wurde Kolumbien vom Konflikt zwischen linker Guerilla, rechten Paramilitärs und Militär beherrscht. Die Rebellen der FARC haben nach langen Verhandlungen 2017 ihre Waffen abgegeben, der kolumbianische Präsident Santos wurde für seinen Einsatz mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Die Aufarbeitung der jahrzehntelangen Gewalt geht jedoch nur langsam voran. Die DW Akademie unterstützt gemeinsam mit lokalen Partnern in Granada und Sonsón die journalistische Auseinandersetzung mit dem Konflikt. Zum ersten Mal berichten die Teilnehmenden aus beiden Städten in Videos über ihre Erfahrungen. Jetzt soll das Projekt auf die Gemeinden El Carmen de Viboral und San Carlos ausgeweitet werden.  

Die Geschichte der Stadt in die Schulen tragen

In Granada arbeiten seit 2015 Mitglieder einer lokalen Opfervereinigung, Journalisten und Experten daran, die Geschichte von Gewalt und Widerstand in der Stadt aufzuarbeiten. In dem Ort mit 10.000 Einwohnern wurden zehn Massaker verübt, 460 Menschen ermordet, weitere 98 entführt und eine Autobombe verwüstete vier Straßenblocks im Zentrum.

Die Journalisten, Betroffenen und Experten erzählen gemeinsam die Geschichten der Menschen in Granada. Sie gehen mit ihrer multimedialen Präsentation gezielt in Schulen, um Jugendliche an der Aufarbeitung der Vergangenheit zu beteiligen. Die DW Akademie hat dieses Projekt vom Anfang an unterstützt. Die Menschen in Granada wollen es nun selbst weiterführen und sich mit anderen Orten austauschen, die Ähnliches erlebt haben.

Das Schweigen brechen

So ein Ort ist Sonsón. Auch die ländliche Kleinstadt im Departement Antioquia war Schauplatz des Bürgerkriegs. Heute ist hier die journalistische Fakultät der Universität Antioquia angesiedelt. In Workshops zum Bürgerkrieg arbeiten Studierende und Lokaljournalisten des Senders TV Sonsón zusammen an der Aufarbeitung: Gemeinsam mit Angehörigen der Opfer haben sie zwei Dokumentarfilme gedreht. 

Natalia Grisales, Chefredakteurin von TV Sonsón erzählt, dass alle Beteiligten von dem Projekt gelernt haben: "Wir konnten mit den Opfern von Gewalt zusammen arbeiten. Das war eine große Bereicherung, nicht nur akademisch und journalistisch – sondern auch menschlich." 

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