Höchststrafe für syrischen Kriegsverbrecher | Aktuell Deutschland | DW | 24.09.2018
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Justiz in Deutschland

Höchststrafe für syrischen Kriegsverbrecher

Mit Folter und Mord trieb er in Aleppo sein Unwesen. Die Ermittler waren ihm auf die Spur gekommen, weil eines seiner Opfer ihn in einer deutschen Flüchtlingsunterkunft erkannt hatte. Er erhielt lebenslange Haft.

Prozess gegen mutmaßlichen syrischen Kriegsverbrecher (picture-alliance/dpa/F. Gambarini)

Der Verurteilte mit seinem Anwalt im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts Düsseldorf (Archivbild)

Ein 43-jähriger Syrer ist in Düsseldorf als Kriegsverbrecher zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Vorsitzende Richter Frank Schreiber führte aus, der Mann sei verantwortlich für Kriegsverbrechen in Form von Folter und Mord sowie Entführungen. Außerdem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest.

Der Verurteilte war unter dem Dach der Freien Syrischen Armee in Aleppo tätig. Dort übte er unter dem Kampfnamen Abu Dhib ("Vater des Wolfes") eine grausame Schreckensherrschaft aus. Gefangene wurden schwer misshandelt und gefoltert, "teils eigenhändig, teils in seiner Verantwortung".

Festnahme in Münster

Später setzte er sich ab und beantragte als Flüchtling Asyl in Deutschland. In einer Erstaufnahmeeinrichtung hatte ihn eines seiner Opfer wiedererkannt. Die Ermittlungsbehörden ließen ihn monatelang beobachten, bevor ihn eine Spezialeinheit im April 2016 in Münster festnahm.

uh/jj (dpa)

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