Guterres: Corona wird Jahrzehnte nachwirken | Aktuell Welt | DW | 03.12.2020
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Vereinte Nationen

Guterres: Corona wird Jahrzehnte nachwirken

UN-Generalsekretär António Guterres hat vor den langfristigen Folgen der Corona-Pandemie gewarnt. Die extreme Armut nehme zu und es drohe die größte globale Rezession seit Jahrzehnten.

Impfstoffe gegen das Virus seien kein Allheilmittel, erklärte António Guterres zum Auftakt eines zweitägigen virtuellen UN-Sondergipfels zur Corona-Krise. "Machen wir uns nichts vor. Ein Impfstoff kann keinen Schaden beheben, der Jahre, ja sogar Jahrzehnte andauern wird", sagte Guterres. "Die extreme Armut nimmt zu; es droht eine Hungersnot. Wir stehen vor der größten globalen Rezession seit acht Jahrzehnten." Die Corona-Krise, die bislang weltweit fast 1,5 Millionen Menschen das Leben gekostet hat, habe Probleme wie die Ungleichheit und den Klimawandel verschärft, fügte der UN-Generalsekretär hinzu.

Guterres will Impfstoff für alle und braucht dafür viel Geld

Er appellierte an die Staaten, einen weltweiten fairen Zugang zu Impfstoffen zu ermöglichen. Die Vakzine müssten als "globales öffentliches Gut" betrachtet werden. Guterres rief die Staatengemeinschaft in diesem Zusammenhang zu weiteren Investitionen in den Kampf gegen die Corona-Pandemie auf. Den Vereinten Nationen fehlten noch immer 28 Milliarden US-Dollar (23 Milliarden Euro) für die Finanzierung der medizinischen Programme. Allein in den nächsten zwei Monaten sei eine Finanzierungslücke von 4,3 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) zu schließen.

Mit dem Geld soll das Anti-COVID-19-Programm "ACT Accelerator" der UN finanziell ausgestattet werden. Das Programm verfolgt das Ziel, weltweit die schnellstmögliche Bereitstellung von medizinischen Diagnoseinstrumenten, Medikamenten und Impfstoffen gegen COVID-19 sicherzustellen, besonders in armen Staaten.

Dem "ACT Accelerator" für eine gerechte weltweite Verteilung von Corona-Impfstoffen haben sich seit seiner Gründung die meisten UN-Mitgliedsländer angeschlossen. Koordiniert wird das Projekt von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die USA arbeiten in dem Programm nicht mit. US-Präsident Donald Trump hatte den Austritt seines Landes aus der WHO angeordnet. Trumps designierter Nachfolger im Präsidentenamt, Joe Biden, will den Austrittsprozess der USA stoppen.

An dem UN-Videogipfel, bei dem über globale Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie beraten wird, nehmen Staats- und Regierungschefs aus mehr als hundert Ländern teil. Die Vertreter der UN-Mitgliedstaaten halten dabei vorab aufgezeichnete Reden.

qu/ml (afp, dpa, epd)

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