Guten Tag, bonjour, buenos días: Der Europäische Tag der Sprachen | Deutschlehrer-Info | DW | 26.09.2019
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Deutschlehrer-Info

Guten Tag, bonjour, buenos días: Der Europäische Tag der Sprachen

In Europa werden viele verschiedene Sprachen gesprochen. Einmal im Jahr soll der Europäische Tag der Sprachen daran erinnern – und die Menschen motivieren, mehr Fremdsprachen zu lernen.

Eigentlich hatte sich der Europarat mal auf die Fahnen geschrieben, dass jeder Europäer seine Muttersprache und zwei Fremdsprachen beherrschen soll. Doch dieses Ziel sei eine Utopie geblieben, weiß der Sprachwissenschaftler Matthias Hüning. „So weit sind wir noch lange nicht.“

Der Europäische Tag der Sprachen wurde 2001 aus der Taufe gehoben. Er soll seine knapp 800 Millionen Bürgerinnen und Bürger ermutigen, auch außerhalb der Schule und in jedem Alter eine weitere Sprache zu lernen – und zwar nicht nur Englisch, obwohl man damit fast überall durchkommt. Englisch reiche, um reine Fakten auszutauschen, sagte Hüning in einem Interview dem Westdeutschen Rundfunk (WDR), aber für mehr auch nicht. „Wenn Sie sich für ein Land interessieren, für die Kultur interessieren oder eine Zeit lang in einem Land leben und dort Teil der Gesellschaft sein wollen, dann müssen sie die Sprache lernen, denn das ist der Schlüssel, um dazuzugehören.“ Motivation ist laut Hüning das A und O dazu.

Kulturelles Erbe Europas

Mehrsprachigkeit kann so zu einem besseren Verständnis zwischen den Kulturen beitragen und interkulturelle Brücken bauen. Und es geht nicht nur darum, die meistgesprochenen Sprachen wie Englisch, Französisch, Deutsch oder Spanisch in den Fokus zu rücken, sondern auch weniger verbreitete Idiome wie beispielsweise Niederländisch. Schließlich tragen sie maßgeblich zum kulturellen Erbe Europas bei.

Smartphone mit der App Babbel (picture-alliance/dpa/A. Burgi)

Technik hilft beim Lernen, ersetzt aber keinen Sprachkurs

Technik allein reicht nicht

Auch wenn nicht jeder Europäer ein Sprachgenie ist, war es noch nie so einfach, eine Fremdsprache zu lernen. Apps oder Tandempartner im Internet sind dabei sehr hilfreich. Einen konventionellen Sprachkurs ersetze die moderne Technik aber nicht, meint Sprachwissenschaftler Matthias Hüning. Auch solle man nicht damit rechnen, dass demnächst eine App in der Lage sei, die Worte des Gegenübers 1:1 zu übersetzen – inklusive aller Nuancen, Ironie und semantischer Bedeutung. Das sei noch Zukunftsmusik. „Solche Übersetzungsprogramme reichen, um beispielsweise Fahrplanauskünfte per Spracherkennung zu verstehen, aber zu mehr auch nicht“, meint Hüning.

Nichts geht ohne Motivation

Da hilft also nur eins: sich hinsetzen und Vokabeln und Grammatik büffeln. Und wenn man dann die ersten Sätze in einer anderen Sprache versteht, ist das ein großes Erfolgserlebnis. Vielleicht motiviert der Europäische Tag der Sprachen am 26. September mit seinen zahlreichen Veranstaltungen ja den einen oder anderen dazu.

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