Guatemala bricht Beziehungen zu Venezuela ab | Aktuell Amerika | DW | 16.01.2020
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Diplomatie

Guatemala bricht Beziehungen zu Venezuela ab

Der neue Präsident des mittelamerikanischen Landes steht auf der Seite des venezolanischen Übergangspräsidenten Juan Guaidó. Mit dem dort amtierenden Staatschef will er nichts zu tun haben - und zeigt das deutlich.

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Guatemala schließt Botschaft in Venezuela

Guatemalas Präsident Alejandro Giammattei bricht die diplomatischen Beziehungen zu Venezuela ab. Dessen Botschaft in Guatemala-Stadt werde geschlossen, sagte Giammattei nach einem Treffen mit dem Chef der Organisation Amerikanischer Staaten, Luis Almagro. "Wir haben Weisung gegeben, dass die einzige Person, die noch in der diplomatischen Vertretung verblieben ist, die Heimreise antreten muss", fügte er hinzu.

Giammattei distanziert sich damit demonstrativ von Venezuelas amtierendem Staatschef Nicolás Maduro. Dieser liefert sich einen Machtkampf mit Parlamentspräsident Juan Guaidó, der sich vor knapp einem Jahr zum Interimspräsidenten des südamerikanischen Landes erklärt hatte. Zahlreiche westliche Staaten erkennen Guaidó als rechtmäßigen Übergangspräsidenten an. Dennoch gelang es ihm bisher nicht, Maduro aus dem Amt zu drängen, der immer noch große Teile des Militärs hinter sich weiß.

Einreise verwehrt

Der Konservative Giammattei war am Dienstag als neuer Staats- und Regierungschef Guatemalas vereidigt worden. Zu der Zeremonie kam auch eine Delegation Guaidós in das mittelamerikanische Land. Im Oktober war dem bereits zum Präsidenten gewählten Giammattei die Einreise nach Venezuela am Flughafen der Hauptstadt Caracas verwehrt worden. Er hatte sich dort mit Guaidó treffen wollen.

Venezuela Caracas | Juan Guaido, Oppositionsführer (picture-alliance/AP Photo/M. Delacroix)

Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaidó, der sich zum Übergangspräsidenten ausgerufen hat (Archivbild)

Giammattei, der früher Direktor der guatemaltekischen Gefängnisverwaltung war, kündigte einen harten Kampf gegen Korruption, Kriminalität und Unterernährung an. Die vielen im Land aktiven Verbrecherbanden will er zu "Terroristen" erklären. Der 63-jährige Mediziner hatte sich in einer Stichwahl im August gegen die Sozialdemokratin Sandra Torres durchgesetzt.

Guatemala gilt als einer der gewalttätigsten Staaten Lateinamerikas. Im vergangenen Jahr starben nach offiziellen Zahlen mehr als 3500 Menschen eines gewaltsamen Todes. Nach UN-Angaben leben fast 60 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Drei Millionen der 16,9 Millionen Einwohner gelten sogar als extrem arm.

jj/mak (dpa, rtr, epd)

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