Guaidó startet in USA diplomatische Offensive | Aktuell Amerika | DW | 19.03.2019
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Diplomatisches Tauziehen

Guaidó startet in USA diplomatische Offensive

Eine weitere Runde im Machtkampf in Venezuela: Gesandte des selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó haben die Kontrolle über drei diplomatische Vertretungen des Landes in den USA übernommen.

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"Die Mehrheit wünscht sich den Wandel"

Der von Guaidó ernannte Botschafter in den USA, Carlos Vecchio, teilte mit, es handle sich um zwei venezolanische Militärgebäude in Washington sowie das Konsulat in New York. "Das ist Teil unserer Kampagne zum Schutz der Vermögenswerte der Republik", sagte Vecchio.

Venezuelas Außenminister Jorge Arreaza, der dem umstrittenen amtierenden Staatschef Nicolás Maduro die Treue hält, sprach von einer "erzwungenen und illegalen Besetzung". Er rief die US-Regierung auf, die Besetzung der diplomatischen Niederlassungen zu unterbinden. "Sollte die US-Regierung ihre internationalen Verpflichtungen weiterhin nicht erfüllen, behält sich die venezolanische Regierung ähnliche Schritte im venezolanischen Staatsgebiet vor", hieß es in einer Mitteilung.

Washington Venezuela Haus Vecchio Guadio Portrait (Reuters/G. Peaks)

Zuvor hatte Carlos Vecchio (links) das Foto Maduros in einer Vertretung in Washington abhängen lassen

Ein Sprecher des US-Außenministeriums bestätigte, dass die US-Regierung das Vorgehen von Guaidós Gesandten unterstütze. "Dies ist eine begrüßenswerte Entwicklung für unsere bilateralen Beziehungen mit Venezuela", sagte der Sprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Neue Sanktionen gegen Maduro

Unterdessen hat die US-Regierung weitere Sanktionen gegen das Regime des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro verhängt und diesmal den Goldsektor ins Visier genommen. Die USA setzten das im Goldgeschäft tätige staatliche Bergbauunternehmen CVG (Compania General de Mineria de Venezuela) und dessen Präsidenten auf die Sanktionsliste, wie das Finanzministerium in Washington mitteilte. Vermögen des Unternehmens in den USA werden damit eingefroren und Geschäfte mit dem Konzern untersagt.

US-Finanzminister Steven Mnuchin warf dem Maduro-Regime vor, es plündere das Vermögen und die Bodenschätze Venezuelas auf rücksichtslose Weise, um sich selbst zu bereichern. Das Bergbauunternehmen stütze das engere Umfeld des korrupten Regimes von Maduro, beklagte Mnuchin.

Guaidó versus Maduro

Guaidó hatte sich im Januar zum Übergangspräsidenten Venezuelas erklärt und den seit 2013 herrschenden Maduro offen herausgefordert. Er wird in seinem Versuch, Maduro zu entmachten, von den USA sowie rund 50 weiteren Staaten weltweit unterstützt. Maduro brach inzwischen die diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten ab, nachdem sich das Weiße Haus hinter seinen Widersacher gestellt hatte. Beide Länder zogen ihr diplomatisches Personal daraufhin ab. Der venezolanische Militärattaché in Washington, Oberst José Silva Silva, war einer der ersten Militärs, die Guaidós Gegenregierung unterstützten.

Costa Rica reichte bei der Generalstaatsanwaltschaft eine Anzeige wegen rechtswidriger Machtübernahme des Botschaftsgebäudes gegen die von Guaidó eingesetzte Botschafterin María Faría ein, wie lokale Medien berichteten. Faría hatte Ende Februar das Gebäude in San José mit einer Delegation übernommen. Sie gab die Schlüssel nach Kritik der costa-ricanischen Regierung allerdings wieder zurück.

pgr/qu/kle/ust (afp, dpa, rtre)

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