Großeinkauf in Moskau: Indien erwirbt russische Waffensysteme | Aktuell Asien | DW | 02.07.2020
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Rüstung

Großeinkauf in Moskau: Indien erwirbt russische Waffensysteme

Die jüngste Eskalation zwischen Indien und China hat militärpolitische Folgen: Indien will 33 russische Militärflugzeuge und Raketensysteme kaufen. Das Geschäft hat einen Wert von umgerechnet rund 4,5 Milliarden Euro.

Russisches Kampfflugzeug MiG-29 (picture-alliance/dpa/A. Denisov)

Ein russisches Kampflfugzeug vom Typ Mig-29 (Archivbild)

Das indische Verteidigungsministerium teilte mit, angesichts der gegenwärtigen Situation und der Notwendigkeit zur Stärkung der Streitkräfte für die Grenzverteidigung habe man sich zur Anschaffung der Rüstungsgüter entschieden. Gekauft würden etwa 21 Kampfjets vom Typ Mig-29 aus Russland im Wert von umgerechnet knapp 900 Millionen Euro. Außerdem will Indien in Russland zwölf Suchoi Su-30 MKI kaufen. Diese Maschinen kosten zusammen mehr als eine Milliarde Euro. Ferner sollen 59 vorhandene Mig-29-Maschinen aufgerüstet werden. Dazu kommen Raketensysteme für die Marine und die Luftwaffe. Derzeit stammt mehr als die Hälfte des indischen Militärgeräts aus russischer Produktion.

Das Ministerium erwähnte in der Mitteilung die kürzliche Zuspitzung an der Himalaya-Grenze der beiden bevölkerungsreichsten Länder der Welt nicht direkt. Es verwies auf fortwährende Gespräche zur Deeskalation der Lage. Mitte Juni hatte ein Zwischenfall in einem heftig umstrittenen Himalaya-Gebiet für großes Aufsehen gesorgt. Nach indischer Darstellung kam es an der Grenze zu einer Schlägerei zwischen Soldaten beider Länder, bei der mindestens 20 indische Soldaten ums Leben gekommen sein sollen. Nach dem Zusammenstoß verlegten beide Länder zusätzliche Soldaten und Ausrüstungsgegenstände in das Grenzgebiet. Um die Grenze haben China und Indien vor Jahrzehnten Krieg geführt.

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Scharfe Proteste der Chinesen (17.06.2020)

Neue Vorwürfe aus Peking

Unterdessen halten die Spannungen zwischen China und Indien nach dem jüngsten Grenz-Zwischenfall unvermindert an. Das Handelsministerium in Peking warf Indien Diskriminierung chinesischer Firmen vor. Diese Praxis sei ein Verstoß gegen die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) und müsse korrigiert werden. China gehe selbst nicht restriktiv gegen Produkte und Dienstleistungen aus Indien vor, sagte ein Ministeriumssprecher. Vor kurzem hatte Indien Dutzende von chinesischen Handy-Apps verboten und dies mit dem Schutz der nationalen Sicherheit begründet. Dazu gehören das chinesische Twitter-Äquivalent Sina Weibo, die Video-App TikTok der Firma ByteDance und der Messaging-Dienst WeChat.

Nun wurde bekannt, dass der indische Regierungschef Narendra Modi sein Konto auf Sina Weibo geschlossen hat. Dies teilte das Unternehmen mit und wurde in Regierungskreisen bestätigt. Modi präsentierte sich auf Sina Weibo erstmals 2015 während eines China-Besuchs. Mehr als 200.000 Nutzer folgten ihm zuletzt auf dem chinesischen Kurznachrichtendienst.

kle/mak (dpa, rtr)

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