Große Waldbrandgefahr in Deutschland | Aktuell Deutschland | DW | 23.04.2019
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Umwelt

Große Waldbrandgefahr in Deutschland

Wegen akuter Waldbrandgefahr herrscht in vielen Regionen Deutschlands inzwischen die höchste Warnstufe. In Thüringen kämpften Einsatzkräfte gegen ein riesiges Feuer, der Katastrophenfall wurde ausgerufen.

Feuerwehr löscht einen Waldbrand in Brandenburg (picture alliance/dpa/C. Pörschmann)

Feuerwehrleute im Einsatz in Brandenburg

In zahlreichen Orten in Deutschland ist die Gefahr von Waldbränden derzeit besorgniserregend. Etliche Regionen haben inzwischen die höchste Warnstufe ausgerufen. An diesem Dienstag rief auch das Umweltministerium in Brandenburg flächendeckend für das Bundesland die Stufe 5 aus. Der Waldbrandgefahren-Index des Deutschen Wetterdienstes (DWD) markierte darüber hinaus den Süden Mecklenburg-Vorpommerns, das nördliche Sachsen, den Osten Sachsen-Anhalts sowie die Region um das niedersächsische Celle als sehr stark gefährdet.

4,5 Hektar brennen in einer Nacht

Am Bleiloch-Stausee in Thüringen kämpften Einsatzkräfte gegen ein riesiges Feuer. Den Behörden zufolge stand ein Waldgebiet auf rund 13 Hektar in Flammen. Landrat Thomas Fügmann rief den Katastrophenfall aus. Der am Ostersonntag erstmals ausgebrochene Brand galt eigentlich schon als gelöscht, ist aber zwischenzeitlich an mehreren Stellen wieder aufgeflammt. Menschen seien nicht in Gefahr, hieß es.

Feuerwehr löscht Waldbrand bei Oranienburg (picture-alliance/dpa/J. Stähle)

In einem Waldstück im nördlichen Brandenburg müssen Feuerwehrleute ein großes Feuer löschen

In Spremberg bei Cottbus brannten bereits in der Nacht zu Dienstag 4,5 Hektar, wie der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel sagte. Das Feuer sei kurz vor Mitternacht gemeldet worden und in den frühen Morgenstunden gelöscht. Probleme mit Bränden gab es aber auch zum Beispiel in Bayern. In Hersbruck östlich von Nürnberg geriet am Ostermontag ein 1 Hektar großes Waldstück in Flammen. Nach dem Riss einer Stromleitung gerieten in einem Dorf östlich von Schwerin zwei Hektar Wald in Brand. Ein umstürzender Baum hatte die Hochspannungsleitung beschädigt, wie die Polizei mitteilte.

Die Böden sind noch trockener als im Vorjahr

In Niedersachsen war die Feuerwehr nach zwei großen Moorbränden noch mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Das Feuer in der Nähe von Vechta, das am Ostermontag ausgebrochen war, sei fast vollständig gelöscht, sagte eine Polizeisprecherin. Zum Nachlöschen seien noch rund 150 Feuerwehrleute im Einsatz. Am Vortag waren es bis zu 400 gewesen. Gebrannt hatte es auf mehreren Hektar Fläche.

Waldbrand bei Oranienburg (picture-alliance/dpa/J. Stähle)

Der Waldboden in Deutschland ist derzeit oft knochentrocken

Auch im Norden Sachsens dürfen wegen der teils sehr hohen Waldbrandgefahr einige Wälder vorerst nicht mehr betreten werden. Dort galt am Dienstag die höchste Warnstufe 5.

Die Gefahr von Waldbränden ist noch ein wenig höher als im Vorjahr, denn die Böden in Deutschland sind in diesem Frühjahr noch einmal deutlich trockener als zu Beginn des vergangenen Jahres. Darauf wies der Deutsche Wetterdienst (DWD) hin. Bereits im vorigen Jahr hatte es in Deutschland eine lang anhaltende schwere Dürre gegeben, die unter anderem Bauern zu schaffen machte und viele Gewässer austrocknen ließ.

Angesichts der Brandgefahr sei es derzeit mehr als fahrlässig, in den Wäldern zu rauchen oder anders mit offenem Feuer zu hantieren, warnte der Sprecher der Niedersächsischen Forsten, Mathias Aßmann. Aus dem Auto geworfene Zigarettenkippen könnten zu Feuern an Böschungen führen.

pg/kle (dpa, afp)

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