1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Bosnische Serben demonstrieren

14. Mai 2016

Tausende Bürger sind im serbischen Teil Bosniens für und gegen Republik-Präsident Dodik auf die Straße gegangen. Ein Großaufgebot der Polizei verhinderte Zusammenstöße.

https://p.dw.com/p/1InyL
Oppositionsanhänger demonstrieren in Banja Luka (Foto: dpa)
Bild: picture-alliance/dpa/EPA/D. Kriestorac

Unter dem Motto "Befreien wir die Serbenrepublik" zogen mehrere tausend Anhänger der Opposition durch Banja Luka, die Hauptstadt des serbischen Teils von Bosnien-Herzegowina. Einige hundert Meter entfernt führte Republik-Präsident Milorad Dodik eine Gegendemonstration an. Dort trugen die Menschen Fotos des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Der Präsident der bosnischen Serben, Dodik (Foto: DW/S. Huseinovic)
Der Präsident der bosnischen Serben, DodikBild: DW/S. Huseinovic

Korruptionsvorwürfe gegen Dodik

Die oppositionellen Demonstranten warfen Dodik Korruption vor und skandierten "Milo, du Dieb". Die Regierungsgegner forderten außerdem Neuwahlen und wirtschaftliche Reformen. Zu de Demonstration hatte die proeuropäische "Allianz für den Wandel" aufgerufen. Auf der Kundgebung der Opposition sprach auch Sonja Karadzic, die Tochter des vom UN-Tribunal in den Haag wegen Völkermord zu 40 Jahren Haft verurteilten früheren bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic

Präsident Dodic warf der Opposition "Verrat" vor und rief seine Anhänger auf, die Republik zu verteidigen. Auf der Kundgebung der Regierung trat auch Darko Mladic auf, der Sohn des früheren serbischen Militärführers Ratko Mladic. Dieser war im Bosnien-Krieg in den 1990er Jahren ein enger Vertrauter von Karadzic. Mladics Verfahren in Den Haag läuft noch.

Friedlicher Verlauf

Die Polizei war mit einem Großaufgebot in Banja Luka und verhinderte mit Barrieren und anderen Absperrungen ein Aufeinandertreffen der beiden Demonstrationszüge. Zu Zwischenfällen kam es nicht.

Bosnien-Herzegowina besteht auf der serbischen und der bosniakisch-kroatischen Teilrepublik. Die drei Volksgruppen, die muslimischen Bosniaken (45 Prozent der Bevölkerung), die orthodoxen Serben (33 Prozent) und die katholischen Kroaten (15 Prozent) sind tief zerstritten. Die Muslime arbeiten an einer Zentralisierung des Staates, die Serben wollen sich abspalten. Die Wirtschaft liegt am Boden. Die Schaffung des Staates wurde auf der Friedenskonferenz von Dayton beschlossen, die zum Ende des Bosnien-Kriegs führte.

wl/hf (dpa, rtrem ape)