Greta Thunberg: ″Wir müssen alles ändern″ | Aktuell Welt | DW | 28.05.2019
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Weltweite Klimakrise

Greta Thunberg: "Wir müssen alles ändern"

Auf einer Klimakonferenz in Wien hat sich ein ungewöhnliches Duo zusammengetan: Greta Thunberg und Arnold Schwarzenegger. Beide drängen im Kampf gegen die Klimakrise darauf, keine Zeit mehr zu verlieren.

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Klimakonferenz in Wien

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat sich auf einer Klimakonferenz an Menschen rund um den Globus und an anwesende Entscheidungsträger gewandt. Eindringlich appellierte sie daran, im Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe in allen Bereichen des Lebens umzudenken. "Einzelne, voneinander isolierte Lösungen sind nicht mehr genug - und das wissen Sie alle. Wir müssen alles ändern", sagte Thunberg.

Nur weil es Elektroautos und Solarpaneele gebe, heiße dies nicht, dass sich die Klimakrise "ohne Anstrengungen bewältigen" lasse. Die Klimakrise sei in erster Linie ein Notfall, bei dem es nicht primär darum gehe, neue Jobs und Wirtschaftswachstum zu generieren. "Das ist die größte Krise, die der Menschheit jemals begegnet ist."

Thunberg kritisierte außerdem Politiker, deren eigenes Handeln nicht im Einklang mit ihren Vorträgen stehe. Diese sagten zum einen, man müsse etwas gegen den Klimawandel tun, und trotzdem bauten sie gleichzeitig neue Flughäfen und setzten auf Kohle als Energieträger.

Träumer, Macher und Zweifler

Die 16-jährige Thunberg sprach in Wien anlässlich des dritten Klimagipfels der von dem Schauspieler Arnold Schwarzenegger gegründeten NGO "R20 - Regions of Climate Action". Schwarzenegger selbst unterschied in seiner Rede auf der Konferenz zwischen den Träumern, den Machern und den Zweiflern. Die Träumer und Macher müssten zusammenarbeiten und den Zweiflern beweisen, dass diese mit ihrer Haltung nur für weitere Probleme sorgten. Er könne es nicht verstehen, dass Autohersteller wie Volkswagen lieber betrögen, statt einen "Elektromotor zu entwickeln, der sich weltweit verkaufen würde wie warme Pfannkuchen".

Klima-Allianz: Greta Thunberg und Arnold Schwarzenegger (rechts)

Klima-Allianz: Greta Thunberg und Arnold Schwarzenegger (rechts)

"Eure Zeit ist bald abgelaufen", rief Schwarzenegger denen zu, die aus seiner Sicht nur den Status quo bewahren wollten. "Ihr könnt den Fortschritt bremsen. Aber wir Träumer und Macher weltweit werden Euch beweisen, dass ihr falsch liegt." Schwarzenegger lobte Thunberg in seiner Rede für ihren Einsatz und bezeichnete sie als Träumerin "im wahrsten Sinne des Wortes". Diesen Träumern müssten nun die richtigen Macher an die Seite gestellt werden, um endlich Fortschritte im Kampf gegen die drohende Klimakrise machen zu können.

Vereinbartes konsequenter umsetzen

Zu Gast auf der Klimakonferenz in Wien waren auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres und Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Gutteres rief die Weltgemeinschaft dazu auf, ihr Engagement gegen die drohende Klimakatastrophe zu verstärken. "Wir machen zu wenig von dem Vereinbarten, von dem wir schon jetzt wissen, dass es überhaupt nicht ausreichen wird."

Guterres spielte auf das Abkommen an, das nach der Klimaschutzkonferenz in Paris 2015 abgeschlossen wurde. Die Erderwärmung soll demnach auf deutlich unter zwei Grad Celsius begrenzt werden. Bis heute setzten viele Länder aber nicht einmal das um, was sie in Paris versprochen hätten, sagte Guterres. "Wir brauchen schnell eine grüne Wirtschaft, keine graue Wirtschaft - um eine grüne Gesellschaft zu haben, keine graue Gesellschaft." 

Als konkrete Maßnahmen nannte er unter anderem die Besteuerung von Umweltverschmutzungen und eine Ende von Subventionen für fossile Brennstoffe. "Ich weiß, dass wir das schaffen können - vorausgesetzt, wir haben den politischen Willen dazu", sagte Guterres. 

Arnold Schwarzenegger hatte die NGO "R20 - Regions of Climate Action" 2010 selbst gegründet. Auf der zweitägigen Konferenz treffen sich 1200 Besucher, darunter viele Wissenschaftler, aus 30 Nationen. Die Schwedin Thunberg inspirierte tausende Jugendliche in Europa, sich an "Fridays For Future"-Demonstrationen für eine bessere Klimapolitik zu beteiligen. 

lh/gri (dpa, afp)

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