Gret Palucca – Ein Leben für den Tanz | Kultur | DW | 10.01.2002
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Kultur

Gret Palucca – Ein Leben für den Tanz

Zu viel Freiheit nicht erwünscht

Den machthabenden Nationalsozialisten missfällt soviel Freiheit in der Kunst, zudem ist die Palucca jüdischer Abstammung. Ihre Tanzschule wird 1939 als "artfremd" geschlossen, und sie erhält Auftrittsverbot. Bei dem verheerenden Bombenangriff 1945 auf Dresden verliert die Palucca zudem all ihren Besitz. Dennoch gibt sie nicht auf, schon ein paar Monate danach tanzt Grete Palucca wieder und eröffnet im Juli 1945 erneut ihre Schule.

Margarethe Palucca

1950 wird sie Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste. Auch nach dem Krieg lebt und arbeitet die Palucca weiter im Osten. In der DDR wird sie geehrt. Doch das Verhältnis ist wegen der kommunistischen Politik gespannt. Kulturpolitiker der DDR wollen ihre Schule in Dresden zu einer sozialistischen Fachschule für Tanz nach sowjetischem Vorbild umgestalten. Die Palucca geht aus Protest kurzzeitig in die Bundesrepublik. 1951 tritt sie zum letzten Mal offiziell als Tänzerin und solo auf: zum 75. Geburtstag des damaligen DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck. 1962 wird Gret Palucca zur Professorin ernannt, als Gastdozentin lehrt sie vier Jahre in Stockholm. Sie wird überhäuft mit Ehrungen: 1972 Vaterländischer Verdienstorden der DDR in Gold, 1981 Nationalpreis der DDR für Kunst und Literatur, 1983 Deutscher Tanzpreis des Deutschen Berufsverbandes für Tanzpädagogik. In der Bundesrepublik Deutschland erhält sie 1992 das Große Verdienstkreuz. Im selben Jahr beendet sie ihre Lehrtätigkeit.

Am 22. März 1993 stirbt Gret Palucca im Alter von 91 Jahren in Dresden. Sie wird auf dem Inselfriedhof in Kloster auf Hiddensee beigesetzt. Seit 1996 ehren Dresdner Studenten die grosse Ausdruckstänzerin jährlich mit einer Tanzwoche auf der Insel. (pt)

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