Graue Tage für den VfB Stuttgart | Sport | DW | 02.11.2018
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Bundesliga

Graue Tage für den VfB Stuttgart

Wenn im Zeugnis steht, dass man sich stets bemüht habe, bedeutet das keine gute Note. Auch der VfB Stuttgart hat sich im Spiel gegen Eintracht Frankfurt stets bemüht. Und wieder einmal verdient verloren.

Nur zwei Szenen aus der ersten Halbzeit, die symptomatisch waren für den Zustand des VfB Stuttgart: Torhüter Ron-Robert Zieler brüllt sich nach dem 0:2 in der 32. Minute die Seele aus dem Leib - man möchte gar nicht wissen, was er da genau gebrüllt hat. Die wegwerfende Geste von Zieler in Richtung seiner Vorderleute, die den Frankfurter Stürmer Ante Rebic mutterseelenallein ließen, sagte schon alles. Rebic machte, was von ihm erwartet wurde: das Tor.

Dann die zweite Szene: 43. Minute, der Stuttgarter Mario Gomez bekommt im Strafraum den Ball, vertendelt, passt dann noch einmal vor das Tor - doch da steht weit und breit kein VfB-Mann. Es bleibt beim 0:2.

Und so weiß man nach dem Freitagsspiel zwischen Stuttgart und Frankfurt und der dritten Niederlage für den neuen VfB-Trainer Markus Weinzierl im dritten Spiel nicht, was man den Schwaben wünschen, raten oder vorhersagen soll. Die Vorhersage ist vielleicht noch das einfachste: Dem Verein für Bewegungsspiele (VfB) stehen mindestens bewegte, wahrscheinlich aber höchst angespannte Wochen in der Bundesliga bevor. Man könnte es auch einfacher sagen: Abstiegskampf, mittendrin, und das nach dem 10. Spieltag.

Gäste einfach eine Klasse besser

Dabei war es keineswegs so, dass sich die Stuttgarter im Heimspiel gegen die Eintracht nicht bemüht hätten. Sie wollten sich nicht verstecken, aber mussten sehr schnell erkennen, dass die Gäste spielerisch und läuferisch einfach eine Klasse besser waren. Symptomatisch, dass Trainer Weinzierl nach einem frühen Abseitstor des Gegners seinen Spielern bedeutete: Weitermachen, Köpfe nicht hängen lassen!

Bundesliga 10. Spieltag | VfB Stuttgart vs. Eintracht Frankfurt | TOR Frankfurt (Getty Images/Bongarts/A. Hassenstein)

Wo ist die Abwehr? Frankfurts Nicolai Müller trifft zum 0:3

Doch gegen das Frankfurter Sturm-Trio Luka Jovic, Ante Rebic und Sébastien Haller sahen die Stuttgarter Defensivkräfte ein ums andere Mal überfordert aus. Eurosport-Experte Matthias Sammer sah sich in der Halbzeit bemüßigt, darauf hinzuweisen, dass es sich um die erste (!) Liga handelt. Und da habe der VfB Stuttgart in der gegenwärtigen Verfassung keinen Platz.

Und nun, VfB? Den Trainer haben sie schon ausgetauscht. Ein Tor ist seitdem nicht gefallen. Mehr und mehr gerät Sportvorstand Michael Reschke unter Druck. 30 Millionen Euro, wie zu lesen war, für einen Kader, der nicht funktioniert? Reschke steht in der Verantwortung. Die erste Hälfte verfolgte er noch von einem Tribünenplatz aus, nach der Pause saß Reschke auf der Bank. Und hörte da zu, wie die Fans lange versuchten, die Mannschaft zum Tor zu brüllen: "Vau-Eff-Be, Vau-Eff-Behee." Doch auch das half nicht. Die mitunter Kabinettstücke einstreuenden Frankfurter hätten da gut und gerne schon mit vier Toren führen können. Und als man schon dachte, die Frankfurter ließen es gut sein, folgte eine wundervolle Sturmkombination und das dritte Tor durch den eingewechselten Nicolai Müller. Eine Minute später war das Drama vorbei und die Fans gingen zu Missfallensbekundungen über.

Nun zwei Auswärtsspiele

"Wir machen es uns selber vor allen Dingen schwer. Die Fehler wiederholen sich zu häufig", sagte VfB-Kapitän Christian Gentner. "Wir stecken in der Scheiße drin." Also: Abstiegskampf, mittendrin. Das weitere Programm für November sieht für den Tabellenletzten aus Stuttgart Auswärtsspiele in Nürnberg und Leverkusen vor. Der November kann ein sehr grauer Monat sein.

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