Gründer der syrischen Weißhelme tot aufgefunden | Aktuell Welt | DW | 11.11.2019
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Türkei

Gründer der syrischen Weißhelme tot aufgefunden

Aus den Trümmern des syrischen Bürgerkriegs retteten die Weißhelme Zehntausende Menschen. Nun verliert die Rettungsorganisation den Mann, der bei ihrer Gründung im Jahr 2013 die treibende Kraft war.

Der aus Großbritannien stammende Gründer der syrischen Rettungsorganisation Weißhelme, James Le Mesurier, ist in Istanbul tot aufgefunden worden. Deren Leiter Raid al-Salih bestätigte den Tod, ohne Details zur Todesursache zu nennen. Le Mesurier sei "am Montag in Istanbul gestorben und der Fall ist jetzt in den Händen der türkischen Polizei", sagte Salih. Das Istanbuler Gouverneursamt teilte mit, man habe Ermittlungen aufgenommen.

Die Polizei vermutet, dass der 48-Jährige aus großer Höhe stürzte. Nach Angaben der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu hätten Ärzte nur noch seinen Tod feststellen können. Seine Frau habe bei der Polizei ausgesagt, er habe in letzter Zeit "extremen Stress" gehabt und deshalb Schlafmittel und andere Medikamente eingenommen, berichtete Anadolou. Die Weißhelme drückten Le Mesuriers Familie auf Twitter ihr tiefes Beileid aus. "Wir müssen auch seine humanitären Bemühungen loben, an die die Syrer sich immer erinnern werden", schrieb die Organisation.

Syrien Provinz Idlib | Weißhelme (AFP/O. Haj Kadour)

Weißhelme sind oft die ersten Helfer vor Ort, wie hier in Idlib im Nordwesten Syriens im Juli

Zwischen allen Fronten 

Le Mesurier hatte die sogenannte "Mayday Rescue"-Gruppe gegründet, die "Weißhelme" ausbildete. Die Weißhelme sind offiziell als Syrischer Zivilschutz (SCD) bekannt. Der frühere britische Armee-Offizier James Le Mesurier galt als eine treibende Kraft bei der Gründung der Organisation im Jahr 2013.

Die Arbeit der rund 3000 Freiwilligen wird durch Spenden aus dem Ausland möglich gemacht. Den Zivilhelfern wird die Rettung von Tausenden Bewohnern der von syrischen Rebellen gehaltenen Bürgerkriegsgebiete zugeschrieben. Die Aufständischen kämpfen gegen die Regierungstruppen und deren verbündeten russischen Streitkräften, die die Gebiete immer wieder aus der Luft bombardieren. Das russische Außenministerium hatte Le Mesurier jüngst auf Twitter als früheren britischen Agenten "mit Beziehungen zu Terrorgruppen" bezeichnet.

lh/qu (dpa, rtr, ap)

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